Ein großer Streik der Fluglotsen in Frankreich hat am Mittwoch, den 4. Juli 2025, gravierende Auswirkungen auf den europäischen Luftverkehr. Über 500.000 Reisende sind betroffen, während Tausende von Flügen gestrichen werden mussten. Die Proteste richten sich gegen geplante Präsenzkontrollen, die die Fluglotsen in den Kontrolltürmen überwachen sollen. Diese Maßnahme steht im Fokus der Auseinandersetzung zwischen den Fluglotsen und der französischen Regierung.

Verkehrsminister Philippe Tabarot gab bekannt, dass von über 1.000 geplanten Fluglotsen 272 im Streik sind. Der Nationale Luftfahrtverband FNAM bezeichnete die Streikmaßnahmen als unnötig und kritisierte die erheblichen finanziellen Einbußen, die den Fluggesellschaften durch den Streik entstehen. Diese Einbußen belaufen sich auf Dutzende Millionen Euro, was die Wirtschaftlichkeit von Airlines gefährdet und nicht nur Flüge in und aus Frankreich, sondern auch Überflüge betrifft. Die europäische Lobbyorganisation „Airlines for Europe“ (A4E) äußerte, dass der Streik die Urlaubspläne vieler Menschen stört und inakzeptabel sei.

Die Forderungen der Fluglotsen

Das Hauptanliegen der streikenden Fluglotsen ist die Abwehr der Präsenzkontrollen in den Kontrolltürmen. Der FNAM verwies darauf, dass die französische Flugsicherung in den letzten 20 Jahren über 300 Streiktage verzeichnet hat, was im europäischen Vergleich eine hohe Zahl darstellt. Zum Vergleich: Griechenland erlebte 50 und Italien 40 Streiktage.

Vor einem Jahr wurde ein kostspieliges Drei-Jahres-Abkommen getroffen, und die derzeitigen Proteste scheinen die Vereinbarungen infrage zu stellen. Ein weiterer Streitpunkt ist die Verantwortung der französischen Flugsicherung, die für ein Drittel der Verzögerungen im europäischen Luftraum verantwortlich ist. Diese Situation erhöht den Druck auf die betroffenen Fluggesellschaften und stellt die Notwendigkeit einer Lösung in der Luftfahrtbranche in den Vordergrund.

Insgesamt unterstreicht der Streik die Herausforderungen, mit denen der europäische Luftverkehr konfrontiert ist, und zeigt die Spannungen zwischen den Protagonisten der Luftfahrtindustrie auf. Die kritisierte Maßnahme wird weiterhin zu weiteren Auseinandersetzungen führen, sofern keine Einigung erzielt wird.

Für weitere Informationen zu den Auswirkungen des Streiks auf den Flugverkehr in Europa, besuchen Sie die Artikel der Bietigheimer Zeitung und der Luzerner Zeitung.