Die Bottwartalkellerei in Großbottwar trifft bedeutende Entscheidungen inmitten eines herausfordernden Marktumfelds. Vorstandschef Gröninger hat sich zu den alten Trollinger-Anlagen geäußert, die als schwer vermarktbar gelten. Diese Gegebenheit hat den Absatz des Weins der Kellerei, die in den letzten Jahren etwa zehn Prozent ihres Umsatzes verloren hat, negativ beeinflusst. Für den Rückgang des Umsatzes wird jedoch eine „marktkonforme“ Entwicklung in der Branche angenommen, was die Kellerwirtschaft unter Druck setzt.
Die Bottwartaler Winzer arbeiten seit Jahren eng mit der Württembergischen Zentralgenossenschaft (WZG) in Möglingen zusammen. Dabei werden etwa zwei Drittel des jährlich erzeugten Weins nach Vorgaben aus Großbottwar in den Kellern der WZG produziert. Durch die verstärkte Kooperation mit der WZG soll die Produktionsweise geändert werden; künftig konzentriert sich die Kellerei auf das Erzeugen von Premium-Weinen, die in Holzfässern reifen. Geplant ist eine Produktion von 50.000 bis 60.000 Litern. Die leichteren und fruchtigen Weine, die als „Schnellläufer im Sortiment“ gelten, sollen in Möglingen verarbeitet werden.
Entwicklung der Kosten und Flächenreduktion
Gröninger berichtet von deutlich gesenkten Kostenanteilen durch die Zusammenarbeit mit der WZG. Aktuell stehen in den Hallen der Bottwartaler Winzer jedoch noch stählerne Tanks, deren Entfernung bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen kann. Die frei werdenden Flächen sollen anschließend vermietet werden, um die Einnahmen der Kellerei zu optimieren.
Der Weinmarkt insgesamt steht unter Druck. Der Weinkonsum ist seit 2017 mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 2,7 Prozent gesunken, was durch eine Veränderung der Konsumgewohnheiten in entwickelten Märkten bedingt ist. Jüngere Generationen trinken weniger Wein, sind jedoch bereit, mehr Geld pro Flasche auszugeben. Diese Entwicklung gibt der Branche Anlass zur Sorge, da sich der Wein zunehmend als Spezialität zu besonderen Anlässen und weniger als alltägliches Getränk etabliert.
Die Herausforderung der Anpassung
Angesichts der höheren Preise und steigenden Kosten sieht sich die Weinbranche mit einer wachsenden Kluft zwischen Angebot und Nachfrage konfrontiert. Die Präferenz für Qualität anstelle von Quantität wird immer deutlicher. Die Bottwartalkellerei muss sich diesen Trends anpassen, um im globalen Weinmarkt erfolgreich bleiben zu können.
Die Herausforderungen sind gewaltig, doch mit einer klaren Fokussierung auf Premiumprodukte und einer strategischen Partnerschaft mit der WZG könnte die Bottwartalkellerei neue Wege beschreiten. Während die Weinbranche sich in einem Wandel befindet, bleibt abzuwarten, wie sich die Veränderungen auf die langfristige Rentabilität der Kellerei auswirken werden.
Bietigheimer Zeitung berichtet, dass die Bottwartalkellerei in diesem Kontext wichtige Entscheidungen getroffen hat. Der Deutsche Weinfonds beschreibt die Trends des globalen Weinmarkts. Eine umfassende Analyse der Entwicklung von Weinfonds bietet das Morningstar.