Die Stadt Bönnigheim plant eine umfassende Erweiterung ihrer Kläranlage, die eine vierte Reinigungsstufe umfasst. Diese Maßnahme soll nicht nur die Entfernung von Rückständen aus Haushaltschemikalien, Arzneimitteln und Phosphor aus dem Abwasser verbessern, sondern auch die Wasserqualität des Mühlbachs wesentlich erhöhen, der fast ausschließlich aus dem gereinigten Abwasser der Kläranlage gespeist wird. Die Gesamtausgaben für dieses Projekt belaufen sich auf knapp 7,7 Millionen Euro, wobei das Land Baden-Württemberg einen Zuschuss von etwa 2,7 Millionen Euro bereitstellt, wie rp.baden-wuerttemberg.de berichtet.
Der Gemeinderat von Bönnigheim legte bereits 2001 fest, die Stadtentwässerung in eigener Hand zu lassen. Albrecht Hamm wurde im selben Jahr zum Betriebsleiter bestellt. 2023 wurde das Team um einen Mitarbeiter erweitert, um die Betriebsführung der Kläranlage in Erlighaim zu übernehmen. Aktuell verarbeitet die Kläranlage 2,4 Liter Abwasser pro Minute, wobei die Hauptbestandteile aus Schwefel, Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Phosphat bestehen. Bei einer Analyse des geklärten Abwassers wurden 2021 Reste von 15 pharmakologischen Substanzen festgestellt, darunter Ibuprofen und Diclofenac, was die Notwendigkeit einer verbesserten Reinigungstechnik unterstreicht.
Die Bedeutung der vierten Reinigungsstufe
Die vierte Reinigungsstufe der Kläranlage wird aus zwei Hauptkomponenten bestehen: einer feinen Filtereinheit zur Entfernung von Feststoffen und Phosphor sowie einer speziellen Aktivkohleschicht, die zur Bindung von Spurenstoffen dient. Diese Maßnahme ist entscheidend, da herkömmliche Verfahren nicht alle im Abwasser enthaltenen Stoffe ausreichend beseitigen können. Die Implementierung dieser neuen Technologie wird bis Mitte 2028 vollzogen sein.
Ein wichtiger Aspekt der vierten Reinigungsstufe ist die gezielte Phosphorelimination, die in der Abwassertechnik von zentraler Bedeutung ist. Laut Informationen von de.wikipedia.org entfernt die Phosphorelimination Phosphorverbindungen aus Abwässern, die Hauptursache für die Eutrophierung von Gewässern sind. Bis in die 1990er-Jahre sorgten phosphathaltige Waschmittel für eine signifikante Anreicherung von Phosphaten in den Abwassersystemen.
Im Rahmen der Phosphorelimination kommen sowohl chemische als auch biologische Verfahren zum Einsatz, um die Phosphatwerte im Wasser auf ein akzeptables Niveau zu senken. Das Ziel ist es, den Phosphor-Eintrag in den Mühlbach, der die Kläranlage speist, erheblich zu reduzieren.
Die Investitionen in die Modernisierung der Kläranlage sind somit nicht nur eine finanzielle Herausforderung für die Stadt, sondern auch ein Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Abwasserbewirtschaftung. Bürgermeister Albrecht Dautel hebt die Rolle der Landesförderung als wichtigen Faktor für die Stadtentwässerung hervor. In Kombination mit der Expertise von Albrecht Hamm und seinem Team wird Bönnigheim weiterhin an einer sauberen und gesunden Umwelt arbeiten.