Valeo, der französische Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Paris, hat weitreichende Maßnahmen zur Reduzierung seiner Belegschaft in Deutschland angekündigt. An drei Standorten in Bayern, darunter die Schließung eines Werks, sollen mehrere hundert Arbeitsplätze abgebaut werden. Dies geschieht im Zuge der Anpassung an die aktuelle Marktlage und den starken internationalen Wettbewerb. Die Situation zeigt sich angesichts eines allgemeinen Beschäftigungsrückgangs, insbesondere in der Automobilindustrie, deutlich.

Für den Standort Bad Neustadt an der Saale im Kreis Rhön-Grabfeld bedeutet dies das endgültige Aus. Dort werden alle 183 Mitarbeiter von der Schließung betroffen sein. Auch in den angrenzenden Städten Bad Rodach und Ebern müssen die Beschäftigten mit massiven Kürzungen rechnen: In Bad Rodach sollen bis Ende 2028 insgesamt 230 Stellen gestrichen werden, während in Ebern 134 Arbeitsplätze wegfallen, wobei 77 Stellen nach Erlangen verlegt werden. Der Eberner Standort selbst wird ebenfalls nicht verschont, 25 Stellen in unterstützenden Funktionen entfallen. Schließlich sind auch in Erlangen, wo die Stellen von Bad Neustadt und Ebern hin verlagert werden, 158 Arbeitsplätze betroffen. Die Verhandlungen mit den Sozialpartnern sind jedoch noch im Gange, sodass genaue Zahlen und Zeitrahmen sich eventuell noch ändern könnten. Die IG Metall äußert Enttäuschung über die aktuelle Lage in Ebern, was die Besorgnis über den Stellenabbau zusätzlich verstärkt. Dies berichtet Infranken.

Starker Rückgang in der Automobilindustrie

Die angekündigten Maßnahmen von Valeo stehen im Kontext eines erheblichen Rückgangs der Beschäftigten in der Automobilbranche. Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes sank die Anzahl der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe um 120.300 oder 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen ist die Automobilindustrie, die einen Rückgang von 48.700 Beschäftigten oder 6,3 Prozent verzeichnet. Zum Ende des dritten Quartals 2025 zählte die Branche nur noch 721.400 Beschäftigte, der niedrigste Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Automobilzulieferer sind in dieser schwierigen Lage sogar stärker betroffen als die Automobilhersteller selbst, was sich in einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen in der Herstellung von Teilen und Zubehör für Kraftwagen um 11,1 Prozent zeigt.

Valeo selbst beschäftigte im Jahr 2025 rund 112.700 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2024 einen Umsatz von 21,5 Milliarden Euro. Die Standortschließungen und der Stellenabbau sind Teil einer Reaktion auf die herausfordernde wirtschaftliche Lage in der Automobilbranche, die durch technologische Veränderungen und einen steigenden Wettbewerbsdruck gekennzeichnet ist. Der Standort in Bietigheim-Bissingen bleibt vorerst jedoch von den Maßnahmen unberührt; hier sind etwa 2.000 Mitarbeiter tätig.

Diese Entwicklungen werfen einen Schatten auf die wirtschaftliche Stabilität in der Region und zeigen einmal mehr die Schwierigkeiten, mit denen die Automobilindustrie in Deutschland konfrontiert ist. Um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden, plant Valeo zudem den Übergang der Forschungs- und Entwicklungsarbeit in grössere Zentren, um die Effizienz zu steigern und den Standort Erlangen zu stärken. Weitere Details werden in den kommenden Wochen erwartet, während die Gespräche mit den Sozialpartnern fortgeführt werden. Diese Informationen stammen aus Merkur und Statistisches Bundesamt.