Am 4. Februar 2026 fanden in Sachsenheim Bürgerentscheide über zwei zentrale Projekte im Bereich erneuerbare Energien statt. Die Abstimmung betraf zum einen den Bau einer Freiflächenphotovoltaikanlage mit Batteriespeicher und zum anderen die Errichtung zwei Windkraftanlagen auf städtischen Flächen. Der Gemeinderat hatte beiden Vorhaben mit einer deutlichen Mehrheit zugestimmt. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 45 Prozent, was dem Durchschnitt vergleichbarer Quoren entspricht. Ähnliche Werte wurden zum Beispiel beim Bürgerentscheid in Bietigheim-Bissingen im Jahr 2016 gemessen, wo ebenfalls etwas über 45 Prozent der Wähler ihre Stimme abgaben. Bietigheimer Zeitung berichtet, dass die öffentliche Meinung in Sachsenheim hinsichtlich der Windkraftanlagen gespalten war.
Besonders in den betroffenen Teilorten Kleinsachsenheim und Hohenhaslach sowie in den oberen Kirbachtalgemeinden war der Widerstand gegen die Windkraftprojekte stark ausgeprägt. Bei den Abstimmungen stimmten 54 Prozent für die Windkraftanlagen, was einer knappen Mehrheit entspricht. Die Gegner der Windkraftprojekte zeigten sich ähnlich zahlreich wie die Befürworter. Die Entscheidung zur Windkraft steht im Kontext des gemäßigten Interesses der Bürger an Klimaschutz und erneuerbaren Energien, was auch an den 45 Prozent Wahlbeteiligung erkennbar ist. Sachsenheim hebt hervor, dass trotz der zurückhaltenden Begeisterung der Bürger wichtige Schritte in Richtung nachhaltiger Energiegewinnung unternommen werden.
Bedeutung der Bürgerbeteiligung
Bürgerbeteiligung spielt eine essentielle Rolle bei der Durchführung solcher Großprojekte. Um die Bürger umfassend zu informieren, hatten in den Wochen vor den Abstimmungen verschiedene Informationsangebote und Dialogveranstaltungen stattgefunden. Bürgermeister Holger Albrich dankte den Bürgern sowie den Wahlhelfern für ihr Engagement und die Teilnahme an den Entscheidungen.
Die Maßnahmen in Sachsenheim sind Teil der deutschlandweiten Bestrebungen, bis 2045 die Stromproduktion vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken. Angesichts des steigenden Strombedarfs, der durch zunehmende Nutzung von Elektroautos, Wärmepumpen und Rechenzentren verursacht wird, ist es entscheidend, die Produktion von Wind- und Solarenergie signifikant zu erhöhen. Tagesschau betont, dass finanzielle Anreize für Gemeinden und Anwohner eine wichtige Rolle für die Akzeptanz solcher Projekte spielen können.
In Sachsenheim sollen die geplanten Anlagen im Energiepark Alleenfeld dazu beitragen, zwei Drittel des Energiebedarfs der Stadt zu decken. Zudem wird die Stadt von Pachterlösen und Erlösbeteiligungen profitieren, die insgesamt etwa 400.000 Euro pro Jahr betragen werden. Der Gemeinderat und die Vorhabenträger haben außerdem versichert, dass sie die Einwände der Gegner ernst nehmen und den Dialog darüber fortsetzen wollen. Das Genehmigungsverfahren für die Umsetzung der Vorhaben steht jedoch noch aus.