Heute ist der 20.02.2026 und wir werfen einen Blick zurück auf die bewegte Geschichte der Altstadt von Bietigheim-Bissingen. In den 70er-Jahren wurde die Stadtpolitik von einem ambitionierten Plan des damaligen Bürgermeisters Karl Mai geprägt. Er propagierte eine „große Lösung“, die den Abriss historischer Gebäude und deren Ersatz durch Neubauten vorsah. Diese Vision stieß jedoch auf Widerstand. 1971 wurde die „Bürgerinitiative für eine humane Stadt“ gegründet, die sich vehement gegen diese Pläne stellte.
Zu den Gründungsmitgliedern der Initiative gehörte der damalige Gemeinderat Günther Bentele, der zur damaligen Zeit ganz andere Interessen verfolgte. Er fasste die Stimmung unter den kommunalen Volksvertretern mit den Worten „Des Glomb muss weg“ zusammen, wobei „Glomb“ sich auf das alte Stadtbild bezog, das viele Bürger zu bewahren wünschten. Statt der geplanten Abrisse kam es jedoch zu unerwarteten Entdeckungen: Bentele bemerkte auffällige Farbverläufe an den Decken der historischen Gebäude. Insbesondere wurden Malereien unter den Putzschichten des Hornmoldhauses vermutet, das damals als „Bürgerhaus“ für elf Gastarbeiterfamilien diente. Diese Entdeckungen führten zu einer Neubewertung des städtischen Erbes und der Bedeutung der Altstadt.
Günther Bentele: Ein Leben für die Geschichte
Günther Bentele, geboren am 24. März 1941 in Bietigheim, hat sich nicht nur als Bürgerinitiativen-Gründer einen Namen gemacht. Er ist auch als deutscher Jugendbuchautor und Regionalhistoriker bekannt. Nach seiner Zeit als pensionierter Lehrer und ehemaligem Studiendirektor am Christoph-Schrempf-Gymnasium Besigheim unterrichtete er Fächer wie Deutsch, Geschichte, Ethik und Philosophie. Bentele ist verheiratet mit Sabine Bentele und hat vier Kinder: Katrin, Susanne, Ulrich und Christoph.
Sein Engagement für die Erhaltung und Gestaltung der historischen Altstadt von Bietigheim-Bissingen ist unermüdlich. Seit 1981 ist er im Gemeinderat aktiv und führt zudem historische Stadtrundgänge durch die Altstadt. Bentele hat zahlreiche Werke zur Bau- und Ortsgeschichte sowie zur Volks- und Landeskunde veröffentlicht. Unter seinen vielen Kinder- und Jugendbüchern sind historische Kriminalromane besonders hervorzuheben, die oft in Bietigheim-Bissingen oder der Umgebung spielen. Seine Bücher zeichnen sich durch Heimatverbundenheit und recherchierte historische Stoffe aus.
Auszeichnungen und Bedeutung
Die Verdienste Günther Benteles wurden durch mehrere Auszeichnungen gewürdigt. So erhielt er 1998 den Friedrich-Gerstäcker-Preis für das Jugendbuch „Wolfsjahre“, 2000 den Hansjörg-Martin-Preis für „Schwarzer Valentinstag: ein Kriminalfall aus dem Mittelalter“ und 2021 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Zu seinen wichtigen Veröffentlichungen zur Regionalgeschichte gehören Titel wie „Bietigheim 789-1989. Beiträge zur Geschichte von Siedlung, Dorf und Stadt“ (1989) und „Das Bietigheimer Hornmoldhaus“ (1979).
Die Geschichte der Altstadt von Bietigheim-Bissingen und das Engagement von Menschen wie Günther Bentele sind nicht nur von lokalem Interesse, sondern spiegeln auch den Wert eines bewussten Umgangs mit historischem Erbe wider. In einer Zeit, in der der Erhalt von Kultur und Geschichte immer wieder auf der Kippe steht, ist es wichtig, solche Initiativen und ihre Protagonisten zu würdigen und zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel auf der Bietigheimer Zeitung und auf Wikipedia.





