In Bietigheim-Bissingen beginnt bald ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Die Sanierung der B 27 steht bevor, inklusive Maßnahmen zur Verbreiterung des Geh- und Radwegs auf der östlichen Seite. Dieser soll von 2,50 und 3 Meter auf durchgehend 3 Meter erweitert werden. Die Kosten für diese Verbreiterung belaufen sich auf rund 125.000 Euro, während die Gesamtkosten der Baumaßnahmen an der Auwiesenbrücke auf 2,6 Millionen Euro geschätzt werden. Hierbei trägt die Stadt etwa 1,45 Millionen Euro der Brückenbaukosten und zusätzlich 180.000 Euro für die Fahrbahnsanierung zwischen Auwiesenstraße und Schwarzwaldstraße, wie die Bietigheimer Zeitung berichtet.

Die Auwiesenbrücke, die aus den 1970er-Jahren stammt, befindet sich laut offiziellen Angaben zwar in gutem Zustand, doch die Fahrbahnmaße entsprechen nicht den geltenden Normen. Um die Sicherheit zu erhöhen, sollen die Brückenkappen beidseitig zurückgenommen werden, zudem werden Abdichtung und Asphaltdeckschicht erneuert. Der Baubeginn ist für 2026 geplant, und der letzte Bauabschnitt könnte bis zum Sommer 2027 abgeschlossen sein.

Politische Reaktionen und Bedenken

Die Sanierung hat bereits zu unterschiedlichen Reaktionen unter den örtlichen Politikern geführt. Marcus List von der CDU äußert Besorgnis über mögliche Verkehrsbehinderungen und bezeichnet die aktuelle Situation als „Leiden auf der B 27“. Im Gegensatz dazu begrüßt Werner Kiemle von der SPD die Sanierungsmaßnahmen, während Albrecht Kurz von der GAL die Verteilung der städtischen Mittel kritisiert. Von Kiemle kommt zudem Widerspruch zu Äußerungen von Matthias Veith von der AfD, der zitiert, dass einige Bürger keinen Handlungsbedarf bezüglich der Radwege sähen.

Bürgermeister Michael Wolf macht deutlich, dass eine Sperrung der Auwiesenbrücke die Verkehrsproblematik verschärfen könnte. Gleichzeitig wird die Sanierung der L 1107 nach Löchgau von der Stadt als positiv angesehen, um den Verkehr in die Innenstadt zu reduzieren. Götz Noller von der FDP hingegen sieht keine Entlastung für die Karl-Mai-Allee durch die Umleitung. Oberbürgermeister Jürgen Kessing bezeichnet die B 27-Sanierung als „unangenehm, aber überschaubar“ und warnt vor einer möglichen Totalsperrung, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden.

Förderung des Fußverkehrs

Die Verbreiterung des Geh- und Radwegs ist Teil einer größeren Initiative, die auch durch Fördermittel des Bundesministeriums für Verkehr unterstützt wird. Das Ministerium hat seit 2022 die Förderung des Fußverkehrs als eigenständiges Handlungsfeld etabliert. Diese Initiative sieht sowohl investive als auch nicht investive Maßnahmen zur Verbesserung der Fußverkehrsinfrastruktur vor. Für 2024 stehen dabei 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, um innovative Modellvorhaben zu fördern, wie auf der Webseite des BMV zu lesen ist.

Zusätzlich unterstützt das Ministerium die digitale Transformation urbaner Mobilität durch das Programm „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ und fördert Maßnahmen, die an Schnittstellen zu anderen Verkehrsarten angesiedelt sind. Die administrative Durchführung der Fördermittel erfolgt durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM), während die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) aktuelle Fragestellungen zum Fußverkehr erforscht. Weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten finden Interessierte auf der Förderdatenbank.