In der malerischen Region um Mundelsheim wird zurzeit ein spannendes Projekt zur Erhaltung der Steillagenweine umgesetzt. Die Stilllegung von Rebflächen am Mühlbächer und deren Übergabe an die Natur stehen dabei im Mittelpunkt der Diskussion. Müller und Alber-Gailing haben sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und schlagen vor, den Wengertern, die diese Flächen bewirtschaften, stattdessen Flächen am Käsberg anzubieten. Dies könnte eine nachhaltige Lösung sein, die sowohl der Natur als auch den Winzern zugutekommt.

Die Flächen am Käsberg sollen anfänglich ohne Pachtzins an die vormaligen Mühlbächer-Wengerter übergeben werden. Um den Bewirtschaftungsaufwand am Käsberg zu minimieren, wird empfohlen, die Stockzahl signifikant zu reduzieren. Landrat Dietmar Allgaier hat sich bereits bei Müller und Alber-Gailing für ihr Engagement zur Erhaltung der terrassierten Steillagen bedankt und betont die Bedeutung des Käsbergs für die Kulturlandschaft sowie die Herausforderungen im Weinbau. Der Landkreis unterstützt verschiedene Initiativen, darunter finanzielle Förderprogramme und Marketingkampagnen, um die Winzer in der Region zu fördern.

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Finanzielle Unterstützung für Winzer

Die Wengerter, die am Käsberg weiter bewirtschaften möchten, sollen umfangreiche finanzielle Unterstützung erhalten. So sind Zuschüsse in Höhe von 5.000 Euro pro Hektar vom Land als Handarbeitszuschuss vorgesehen. Zudem wird eine weitere Unterstützung von mindestens 5.000 Euro pro Hektar von der Genossenschaft Lauffener Weingärtner sowie 5.000 Euro pro Hektar von der Gemeinde Mundelsheim und dem Landkreis für die Landschaftspflege bereitgestellt. Diese Entschädigungen sind besonders wichtig für die Wengerter-Familien, die traditionell Trollinger kultivieren.

Die finanziellen Belastungen für die Gemeinde und den Kreis könnten bei einer Förderung von 10 bis 15 Hektar am Käsberg zwischen 50.000 und 75.000 Euro pro Jahr liegen. Eine fünfjährige Förderung wird als entscheidend erachtet, um den Erhalt der Flächen zu sichern. Das Gute ist, dass die EU-Beihilferechtslage der Entschädigung nicht entgegensteht, da es sich um einen Ausgleich für Gemeinwohlverpflichtungen handelt.

Querterrassierung als innovative Lösung

Parallel zu diesen Entwicklungen wird das Projekt BioQuiS (Querterrassierung im Steillagenweinbau) von der Hochschule Geisenheim University vorangetrieben. Ziel ist die Erhaltung der weinbaulich geprägten Kulturlandschaft und der Biodiversität in Steillagen durch Querterrassierung. Historisch gesehen prägt der traditionelle Weinbau in Steillagen das Landschaftsbild in Deutschland seit Jahrhunderten. Jedoch führte die Intensivierung durch Flurbereinigungen zu einer Monotonisierung der Kulturlandschaft und einem Rückgang der Rebflächen in Regionen wie dem Mittelrhein und der Mosel von etwa 40% bzw. 30% in den letzten 31 Jahren.

Das Projekt untersucht, ob querterrassierte Weinberge Lebensräume ersetzen und die biologische Vielfalt fördern können. Die Vorteile dieser Anbaumethode sind vielfältig: Querterrassen verbessern das Mikroklima und ermöglichen eine kosteneffizientere Traubenproduktion. Zudem bieten sie Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten, die an Trockenheit und hohe Lichtintensität angepasst sind. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass Querterrassen die Biodiversität durch unterschiedliche Habitatstrukturen fördern und somit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft leisten können.

Fazit und Ausblick

Die Entwicklungen rund um die Stilllegung der Rebflächen am Mühlbächer und die Unterstützung der Wengerter am Käsberg sind ein vielversprechender Schritt in Richtung einer nachhaltigen Weinkultur. Die Kombination aus finanzieller Unterstützung und innovativen Anbaumethoden wie der Querterrassierung könnte nicht nur der Natur, sondern auch den Winzern zugutekommen. Durch die Verbindung von wirtschaftlich tragfähigem Weinbau und der Förderung der Biodiversität wird ein wertvoller Beitrag zur Erhaltung der traditionsreichen Kulturlandschaft in der Region geleistet. Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen weiter ausgebaut und gefördert werden, um die Balance zwischen Natur und Landwirtschaft zu wahren und gleichzeitig die Herausforderungen im Weinbau zu meistern.

Für weitere Informationen und Details zu den Projekten und Initiativen besuchen Sie bitte die Bietigheimer Zeitung, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt sowie die Hochschule Geisenheim.