In der kleinen Gemeinde Gemmrigheim fand kürzlich eine ganz besondere Veranstaltung statt: die Faschingsfeier der „Klanghüpfer“ der Musikschule Besigheim. Diese Feier richtete sich an Kinder im Alter von 18 Monaten bis 4 Jahren, die von einer Begleitperson unterstützt wurden. Der Unterrichtsraum verwandelte sich in eine bunte Klangwelt, in der die Kleinen die Freude an der Musik und Bewegung erleben konnten. Die Schwerpunkte der Feier lagen auf Bewegung, Rhythmus und dem gemeinsamen Erleben, was den kleinen Teilnehmern viel Spaß bereitete.

Zu den Aktivitäten gehörten unter anderem eine fröhliche Polonaise und das Fingerspiel „5 lustige Freunde“, bei dem die Kinder mit ihren Händen und Fingern aktiv wurden. Ein weiteres Highlight war das Lied „Fasching ist zum Tanzen da“, das die Kinder zum Hüpfen, Drehen, Rennen, Stampfen und Schlichen animierte. Der Höhepunkt des Nachmittags war das Ausprobieren eines Klaviers, bei dem die Kinder selbst die Tasten anschlagen durften. Begleitet wurde die Veranstaltung von der Puppe Finja, die kostümiert durch die Stunden führte und so die Fantasie der Kinder anregte. Das Ziel dieser Veranstaltung: die Förderung von Freude, Gemeinschaft und Ausdruck durch frühkindliche musikalische Bildung, wie man auch hier nachlesen kann.

Die Bedeutung der musikalischen Frühförderung

Musikalische Bildung ist für Kinder von zentraler Bedeutung und beginnt oft schon vor der Geburt. Bereits im Mutterleib können Kinder Musik hören, was eine frühe Verbindung zur Musik schafft. Diese frühen musikalischen Erfahrungen unterstützen nicht nur die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind, sondern fördern auch die Kommunikation. Musikalische Qualitäten des Sprechens, wie Tonhöhe und Rhythmus, sind entscheidend für die sprachliche Entwicklung der Kleinen. Kinder drücken sich häufig musikalisch aus, noch bevor sie verbal kommunizieren können, was die Wichtigkeit der Musik in der frühen Kindheit unterstreicht.

Die Teilnahme an musikbezogenen Angeboten steigt mit dem Alter der Kinder. Während nur 10% der Zweijährigen an solchen Angeboten teilnehmen, sind es bereits 23% der Vierjährigen. Zudem zeigen Statistiken, dass Mädchen (22%) häufiger an musikalischen Aktivitäten teilnehmen als Jungen (16%). Die Bedingungen für die Teilnahme sind oft vom Bildungsabschluss der Eltern und der Erwerbstätigkeit der Mutter abhängig. In Deutschland gibt es rund 59.300 Tageseinrichtungen, von denen etwa jede zwölfte mit einer öffentlichen Musikschule kooperiert, was die Wichtigkeit solcher Initiativen hervorhebt, wie auch in einem Artikel der Kubi beschrieben wird.

Die Rolle der Musikschulen und Kooperationen

Die Förderung der musikalischen Bildung ist seit den 1960er-Jahren ein zentrales Anliegen des Verbands deutscher Musikschulen. Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Curricula und Lehrpläne für die Musikalische Früherziehung entwickelt, die den Kindern von der Geburt bis zum Alter von zehn Jahren eine fundierte musikalische Ausbildung bieten. Diese Angebote beinhalten Elementare Musikpraxis in Eltern-Kind-Gruppen, die für Kinder von der Geburt bis zu vier Jahren gedacht sind. Im Jahr 2021 machten Kinder bis fünf Jahre etwa 16% der Schüler:innen an öffentlichen Musikschulen aus, wobei die Musikschulen 4,5% der Kinder unter sechs Jahren erreichten.

In der musikpädagogischen und kulturpolitischen Diskussion bleibt die Förderung des Umgangs mit Musik in Tageseinrichtungen ein wichtiges Ziel. Kooperationen zwischen Musikschulen und Kindertagesstätten werden durch verschiedene Programme unterstützt, wie etwa in Baden-Württemberg mit „Singen – Bewegen – Sprechen“. Diese Initiativen sind entscheidend, um den Zugang zur musikalischen Bildung zu verbessern und die Entwicklung der Kinder in verschiedenen Bereichen wie Kognition, Sprache und sozialem Verhalten zu fördern, wie auch im Beitrag des MIZ dargelegt wird.