Die Justiz hat jüngst eine Entscheidung getroffen, die einen weiteren traurigen Kapitel in der Geschichte der Gewalt gegen Frauen aufzeigt. Der Mörder von Tabitha E. aus Asperg wurde wegen seiner Verbrechen im Frühjahr 2025 verurteilt. Der 38-jährige Angeklagte hatte Tabitha im Sommer 2022 erwürgt, nachdem sie den Kontakt zu ihm abbrechen wollte. Ihre Leiche wurde am 17. Juli 2022 entdeckt. Dies geschah in einer Unterführung in Ludwigsburg und ist Teil eines tragischen Femizids, der nicht nur die betroffenen Familien erschüttert, sondern auch gesellschaftliche Fragen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen aufwirft.
Nachdem das Landgericht Stuttgart die besondere Schwere seiner Schuld festgestellt hatte, legte der Angeklagte Revision gegen das Urteil ein. Doch der Bundesgerichtshof in Karlsruhe wies die Revision als „offensichtlich unbegründet“ zurück. Damit steht fest, dass der Mörder nicht nach 15 Jahren Haft entlassen wird. Stattdessen wird alle 15 Jahre geprüft, ob er eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, was bedeutet, dass er voraussichtlich länger in Haft bleiben wird. Die Entwicklung macht deutlich, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen intensiver auseinanderzusetzen. Esslinger Zeitung berichtet, dass der Fall Tabitha E. nicht nur ein Einzelfall ist, sondern in einen größeren Kontext der Gewalt gegen Frauen eingeordnet werden muss.
Femizid in Deutschland
Femizid bezeichnet die Tötung von Frauen oder Mädchen aufgrund ihres Geschlechts. In Deutschland sind in über 90 Prozent der Fälle die Opfer weiblich, wenn jemand von seinem (Ex-)Partner oder Ehepartner getötet wird. 2021 wurde rechnerisch alle drei Tage eine Frau von ihrem (Ex-)Partner oder Ehemann getötet. Diese erschreckenden Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, mit der sich das Thema Gewalt gegen Frauen angegangen werden muss. Der Begriff „Femizid“ wird von vielen Frauenorganisationen und Aktivisten verwendet, um die gesellschaftlichen Hintergründe solcher Taten zu beleuchten und über die weiterhin bestehende Frauenfeindlichkeit aufzuklären. SWR hebt hervor, dass Femizide oft aus traditionell patriarchalen Rollenvorstellungen resultieren.
Die aktuelle Situation ist alarmierend: Laut dem Lagebild des Bundesinnenministeriums wurden 2023 in Deutschland 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten. Dies entspricht fast einem Femizid pro Tag. Zudem stieg die Zahl der Sexualstraftaten gegen Frauen und Mädchen um 6,2 Prozent, wobei über die Hälfte der Opfer unter 18 Jahren alt war. BMBF macht deutlich, dass 70,5 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt Frauen und Mädchen sind. Dies ist ein besorgniserregender Trend, der nicht ignoriert werden sollte.
Frauen, die in Not sind oder von Gewalt betroffen werden, können sich an das Hilfetelefon unter der Nummer 0800 0116 016 wenden. Es ist unerlässlich, dass Betroffene wissen, wo sie Hilfe finden können. Veranstaltungen und Initiativen zur Aufklärung und Prävention sind ebenfalls notwendig, um das Bewusstsein für das Thema weiter zu schärfen und eine sicherere Gesellschaft für alle zu schaffen.