Die Stadtwerke Schwäbisch Hall haben ein bedeutendes Upgrade in ihrer Abrechnungstechnologie angekündigt. Das Unternehmen ersetzt sein bisheriges System SHERPA.klassik durch die cloud-native Plattform GY der Wilken Software Group. Dieser Schritt, der Anfang Februar 2023 formalisiert wurde, markiert den Beginn einer strategischen Partnerschaft, die darauf abzielt, Lösungen für die neuen Anforderungen des Marktes zu entwickeln. Die Entscheidung zur Umstellung ist als Reaktion auf die rasanten Veränderungen in der Energiewirtschaft zu verstehen.
Das Eigenentwicklungssystem SHERPA.klassik hat über viele Jahre zuverlässige Dienste geleistet, jedoch stieß es nun an seine Kapazitätsgrenzen. Die Wahl von GY als neues System fiel aufgrund dessen Standardisierung, Automatisierung und Skalierbarkeit der Systemarchitektur. Diese Features werden dazu beitragen, manuelle Eingriffe zu minimieren und die Qualität der Prozesse erheblich zu verbessern. Zusätzlich sind viele Funktionen bereits integriert, wodurch neue Anforderungen schneller umgesetzt werden können.
Optimierung durch Partnerschaften
Die strategische Partnerschaft zwischen den Stadtwerken und der Wilken Software Group bietet nicht nur fortschrittliche Technologie, sondern auch ein umfangreiches Partner-Ökosystem, über das ergänzende Services und Erweiterungen standardisiert verfügbar gemacht werden. Auf diese Weise können künftige regulatorische, technische und fachliche Anforderungen planbar umgesetzt werden. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall, die seit über 50 Jahren in der Energieversorgung aktiv sind und über 650 Mitarbeitende beschäftigen, setzen mit diesem Schritt ein deutliches Zeichen zur Zukunftssicherung.
Die Wilken Software Group hingegen hat eine lange Geschichte in der Branche. Seit ihrer Gründung im Jahr 1978 beschäftigt sie etwa 700 Mitarbeitende und betreut über 400 Kunden aus der Energie- und Wasserwirtschaft.
Der digitale Wandel in der Energiewirtschaft
Diese Entwicklungen erfolgen in einem Kontext, der von einer zunehmenden Digitalisierung geprägt ist. Laut BDEW ist der digitale Wandel ein entscheidender Faktor für den Erfolg in der Energiewirtschaft. Digitalisierung beseitigt Grenzen zwischen Wertschöpfungsstufen und eröffnet neue Geschäftsmodelle sowie Wettbewerb. Kundenwünsche rücken stärker in den Fokus, und Unternehmen sind gefordert, ihre Angebote zu adaptieren.
Technologien wie Big Data Analytics, Cloud- und Mobile Computing sind Treiber dieser Entwicklung und ermöglichen eine bessere Steuerung dezentraler Erzeugungsanlagen. Der regulatorische Rahmen in Deutschland, einschließlich der Energiewende, verstärkt die Notwendigkeit zur Flexibilisierung und zur Implementierung neuer Geschäftsprozesse und -modelle.
In einer Zeit, in der branchenfremde Unternehmen zunehmend in den deutschen Strom-, Gas- und Wärmemarkt eintreten, ist es für Energieversorger unerlässlich, innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und zu testen. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall befinden sich auf einem vielversprechenden Weg in diese digitale Zukunft – mit einem klaren Fokus auf eine partnerschaftliche Strategie.