In der digitalen Welt sind Cyberangriffe an der Tagesordnung und stellen eine ernsthafte Bedrohung für öffentliche Einrichtungen dar. Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) registrierte im Jahr 2025 insgesamt 102 Hackerangriffe auf Kommunalverwaltungen, was mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2024 bedeutet. Diese alarmierenden Zahlen belegen, dass die Dunkelziffer der Angriffe vermutlich noch höher ist, da nur die Landesverwaltung meldepflichtig ist. Besonders besorgniserregend ist der Hackerangriff auf das Rathaus in Untereisesheim im Oktober 2025, bei dem sensible Daten wie Ausweiskopien, Strafakten und Gesundheitsdaten im Darknet aufgetaucht sind. Bürgermeister Christian Tretow (SPD) berichtete, dass mehrere hundert Personen betroffen sind und seit Februar 2026 informiert werden.

Die Behörden in Heilbronn und im Hohenlohekreis schätzen die Gefahr durch Cyberattacken als hoch ein. Angesichts dieser Bedrohung hat die Stadt Heilbronn einen hohen Stellenwert für IT-Sicherheit gesetzt und sieht sich fortlaufend Angriffen ausgesetzt. Schutzmaßnahmen umfassen regelmäßige Schulungen und Awareness-Maßnahmen für die Mitarbeiter. Andreas Zwingmann, der Sprecher des Landratsamts Heilbronn, betont die dynamische Bedrohungslage im öffentlichen Sektor. Um dem entgegenzuwirken, wurde die IT-Sicherheit im Landratsamt personell und organisatorisch gestärkt. Die Geräte und Systeme werden kontinuierlich erneuert, um den neuesten Sicherheitsstandards gerecht zu werden.

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Unterstützung und Prävention

Nach dem Hackerangriff auf das Rathaus in Untereisesheim bietet die CSBW Unterstützung an. Diese Behörde wurde im Februar 2021 gegründet und fungiert als zentrale Anlaufstelle für Cyberangriffe auf öffentliche Einrichtungen, darunter Kommunen und Hochschulen. Im Jahr 2022 bearbeitete die CSBW 70 Verdachtsfälle von Cyberangriffen, von denen zwei Drittel tatsächlich Attacken waren. Zu den häufigsten Angriffen zählen Ransomware-Angriffe, bei denen Daten verschlüsselt und gegen Lösegeld freigegeben werden. Die CSBW hat etwa 20 Mitarbeiter in der Abteilung für Detektion und Reaktion, die sich mit solchen Vorfällen befassen.

Ein weiteres Beispiel für die Gefahrenlage ist eine Phishing-Attacke, die das Landratsamt im Hohenlohekreis traf. Sofortige Maßnahmen wurden ergriffen, um mögliche Schäden zu begrenzen. Auch die Stadtverwaltung Künzelsau konnte einen Angriffsversuch erfolgreich abwehren. Eine nicht genannte Stadt in der Region hat drei IT-Sicherheitsmitarbeiter und führt jährliche Schulungen durch, um sich auf Cyberbedrohungen vorzubereiten, hat bisher jedoch keine Cyberattacken erlebt.

Die Herausforderung der Digitalisierung

Der Anstieg der Cyberangriffe lässt sich auch im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung erklären. Zwischen Mitte 2023 und Mitte 2024 wurden durchschnittlich 309.000 neue Schadprogramm-Varianten pro Tag registriert, was einen Anstieg von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Kleinere Kommunen und Unternehmen sind besonders von Ransomware-Angriffen betroffen, was durch einen Angriff auf einen kommunalen IT-Dienstleister Ende Oktober 2023 verdeutlicht wird. In diesem Fall wurden 72 kommunale Kunden und etwa 20.000 Arbeitsplätze in Mitleidenschaft gezogen.

Ransomware-Angriffe führen oft zu monatelangen Ausfallzeiten, was die Notwendigkeit für ein hohes Schutzniveau unterstreicht. Deutschland wird als auf dem Weg zu einer resilienten Cybernation beschrieben, doch es besteht ein klarer Bedarf an mehr Expertise und erweiterten Einsatzbereichen für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Ein gemeinsames Vorgehen auf politischer Ebene ist erforderlich, um klare Absprachen, Informationsaustausch und Notfallpläne zu etablieren und damit den Herausforderungen der Cybersicherheit begegnen zu können.

Für Kommunen ist es von entscheidender Bedeutung, ihre Systeme widerstandsfähig zu machen. Das erforderliche Schutzniveau kann nicht allein von kommunalen Einheiten erreicht werden. Es bedarf stabiler Finanzmittel, Fachpersonal und einer engen Kooperation zwischen Bund, Ländern und Kommunen, um den Bedrohungen im Cyberraum erfolgreich zu begegnen.

Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der Cybersicherheit finden Sie in den Berichten von Stimme.de, eGovernment.de und DSTGB.de.