Der Hohenlohekreis steht vor einer spannenden Transformation im Bereich der Radmobilität. Um den Radverkehr zu stärken, plant der Hohenlohekreis in Zusammenarbeit mit Städten, Gemeinden sowie dem Land und dem Bund den Ausbau der Radwege. Im Frühjahr 2026 wird ein neues Radwegekonzept vorgestellt, das die nächsten zehn Jahre die Entwicklung des Radverkehrs im Kreis leiten soll. Das ehrgeizige Ziel der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen (AGFK), deren Mitglied der Hohenlohekreis seit 2023 ist, ist es, bis 2030 die Hälfte aller Wege mit dem Rad oder zu Fuß zurückzulegen. Aktuell liegt dieser Anteil im Hohenlohekreis bei lediglich 5%, während der Durchschnitt in Baden-Württemberg bei 10% liegt.

Ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Radinfrastruktur ist die größte Mobilitätsstudie Deutschlands, an der der Hohenlohekreis teilgenommen hat. Diese Studie befragt über 218.000 Haushalte und 421.000 Personen zu ihrem Mobilitätsverhalten. Die Ergebnisse für den Hohenlohekreis sind zwar noch nicht verfügbar, werden jedoch bis Mitte 2024 erwartet. Außerdem hat das Verkehrsministerium des Landes seit 2013 die kommunale Förderung ausgebaut, um den Radwegebau zu unterstützen. Trotz dieser Bemühungen zögern viele Kommunen, Radwege auszubauen, sei es aufgrund finanzieller Belastungen oder bürokratischer Hürden. Von einem Radwegekonzept, das von 2013 bis 2023 geplant war, wurden nur 11 von 33 vorgesehenen Abschnitten vollständig umgesetzt.

Bürgerbeteiligung und zukünftige Planungen

Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist die geplante Bürgerbeteiligung für das neue Radwegekonzept. Bei dieser Initiative haben bereits 535 Bürger ihre Meinungen und Kritik geäußert. Das neue Konzept wird im April 2026 dem Kreistag vorgestellt. Bis 2030 sollen neun Kilometer Radwege aus- oder neugebaut werden, wobei der Fokus auf den Hauptachsen des „Radnetzes-BW“ liegt, das im Hohenlohekreis eine Gesamtlänge von 174 km umfasst. Zu den geplanten Radwegabschnitten gehören unter anderem Lückenschlüsse und neue Radwege in verschiedenen Gemeinden.

Der Fachdienst Mobilität im Amt für Mobilität des Hohenlohekreises spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung dieser Maßnahmen. Die Radkoordinatorin arbeitet eng mit den Gemeinden zusammen, um sie bei Fördermöglichkeiten und der Umsetzung von Projekten zur Stärkung des Radverkehrs zu unterstützen. Der Austausch mit dem Land Baden-Württemberg sowie anderen relevanten Akteuren wie der Deutschen Bahn und benachbarten Landkreisen ist dabei von großer Bedeutung. So werden aktuelle Schienenprojekte wie die Hohenlohebahn und die Kochertalbahn ebenfalls koordiniert.

Nationale Initiativen und deren Bedeutung

Die Entwicklungen im Hohenlohekreis sind Teil eines größeren Trends, der durch den Nationalen Radverkehrsplan 3.0 (NRVP) der Bundesregierung gefördert wird. Dieser Plan zielt darauf ab, den Radverkehr in Deutschland bis 2030 attraktiver und sicherer zu machen. Die Vision des NRVP ist ein „Fahrradland Deutschland 2030“, in dem Radfahren selbstverständlich und sicher ist. Der NRVP definiert vier Säulen der Radverkehrsförderung: Politik, Infrastruktur, Mensch und Wirtschaft, sowie zwei Querschnittsbereiche: Digitalisierung und Stadt und Land.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMV) hat sich verpflichtet, den Radverkehr mit verschiedenen Förder- und Finanzierungsprogrammen zu unterstützen. Der Bund übernimmt zudem eine aktive Rolle als Moderator und Koordinator für die Radverkehrsförderung, was auch den Bau von Radwegen entlang von Bundesstraßen umfasst. Für die Umsetzung der Radwegeinfrastruktur sind jedoch primär die Länder und Kommunen verantwortlich, was den Hohenlohekreis vor die Herausforderung stellt, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Hohenlohekreis auf einem vielversprechenden Weg ist, die Radmobilität zu stärken und damit nicht nur die Lebensqualität seiner Bürger zu erhöhen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.