Im Hohenlohekreis wurde ein verletzter Bussard erfolgreich gerettet und nach einer Erholungsphase in die Freiheit entlassen. Der Greifvogel wurde am 15. Januar 2026 auf der Kochertalstraße zwischen Forchtenberg und Weißbach von Polizeibeamten entdeckt, nachdem er mutmaßlich von einem Fahrzeug erfasst worden war. Die Polizei Künzelsau brachte das Tier in einem kleinen Karton zu Martin Hans, dem Wildtierbeauftragten des Hohenlohekreises.
Martin Hans und seine Tochter, die Tiermedizin studiert, erhielten den Bussard in einem besorgniserregenden Zustand. Obwohl äußerlich keine Verletzungen sichtbar waren, bewegte sich das Tier kaum, was auf eine mögliche Gehirnerschütterung hindeutete. Um den Bussard zu stabilisieren, entschieden sich die beiden, ihm ausreichend Ruhe und Wasser zu geben. Diese Maßnahmen führten dazu, dass der Bussard nach nur zwei Tagen wieder fit genug war, um in die Freiheit entlassen zu werden. Hans betonte, dass die schnelle Hilfe der Polizei entscheidend für das Überleben des Tieres gewesen sein könnte.
Die wichtige Rolle der Wildtierhilfe
Martin Hans ist nicht nur für die Rettung von Tieren zuständig, sondern spielt auch eine zentrale Rolle in der Koordination von Wildtierhilfen im Landkreis. Seine Aufgaben umfassen die Organisation der Betreuung verletzter Wildtiere sowie die Beratung der Bürger in entsprechenden Fällen. Zudem arbeitet er eng mit verschiedenen Behörden und Einrichtungen wie der Polizei, dem Veterinäramt, der Feuerwehr und Naturschutzbehörden zusammen. Zu den häufigsten Rettungsaktionen zählen Vögel wie Bussarde und Eulen sowie Igel und größere Säugetiere wie Rehkitze.
Die Arbeit von Wildtierhelfern wie Martin Hans ist von großer Bedeutung, besonders in einer Zeit, in der Konflikte zwischen Mensch und Tier zunehmen. Neben den genannten Tieren haben auch Waschbären, Nutrias und Marder häufige Begegnungen mit Menschen. Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, verletzte Wildtiere zuerst zu beobachten, bevor sie handeln und Fachleute kontaktieren, um unnötigen Stress für die Tiere zu vermeiden.
Wildtierhilfe im Kontext
Die Bedeutung der Wildtierhilfe geht über die unmittelbare Rettung und Rehabilitation von Tieren hinaus. Der Bundesverband der Wildtierhilfen erklärt, dass die Organisation seit den 1970er Jahren gewachsen ist, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und einem Erfahrungsaustausch im Bereich der Tierpflege und des Schutzes. Wildtierhelfer verfügen über spezielles Wissen in der medizinischen Versorgung, Ernährung und dem richtigen Umgang mit Wildtieren, was vor allem in Konfliktsituationen von enormer Bedeutung ist.
Die Herausforderungen, denen sich die Wildtierhelfer gegenübersehen, sind vielfältig und beinhalten auch rechtliche Fragen, die oft nicht ausreichend gewürdigt werden. Die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen könnte verbessert werden, da Behördenanforderungen die Arbeit von Wildtierhelfern erschweren können. Ein zentrales Anliegen ist es, das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer professionellen Wildtierhilfe zu schärfen und die Unterstützung für diese wichtigen Projekte zu erhöhen.
Insgesamt zeigt der Fall des Bussards, wie wichtig eine schnelle und koordinierte Reaktion in den Bereichen Wildtierhilfe und Tierschutz ist. Die Rettung des Bussards verkörpert nicht nur den Erfolg individueller Maßnahmen, sondern auch die effektive Zusammenarbeit von verschiedenen Akteuren, die sich für den Schutz unserer Wildtiere engagieren.
Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten von SWR, Hohenlohekreis und Bundesverband der Wildtierhilfen.