In einem aufsehenerregenden Urteil hat das Landgericht Heilbronn neun Männer wegen schweren Bandendiebstahls verurteilt. Die Haftstrafen variieren zwischen zweieinhalb und rund sechs Jahren. Den Angeklagten wird vorgeworfen, Kupfer im Wert von rund 790.000 Euro gestohlen zu haben. Das Diebesgut wurde unter anderem in Frankfurt verkauft. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig und könnte in der Berufung noch einmal überprüft werden.

Die Diebesbande operierte in mehreren Bundesländern, einschließlich Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Tatorte umfassten Heilbronn, Bad Rappenau, Erlenbach und den Rhein-Neckar-Kreis, wo insgesamt 28 Einbrüche zwischen Juni und November 2024 stattfanden. Die Angeklagten hatten sich zu einer Bande zusammengeschlossen und in unterschiedlichen Konstellationen agiert, um mehrere Tonnen Kupferkabel, Strom- und Netzwerkkabel, Werkzeuge und sogar das Kupferdach einer Friedhofskapelle zu entwenden.

Die jüngsten Fälle von Kupferdiebstahl

Die Probleme mit Kupferdiebstählen in der Region sind weiterhin akut. Ein besonders aufsehenerregender Vorfall ereignete sich im Dezember 2025, als im Solarpark Kirchardt Kupferkabel im Wert von rund 65.000 Euro entwendet wurden. Unbekannte Täter gingen dabei gewaltsam vor und entnahmen etwa 8000 Meter Kupferkabel, was einen Schaden von etwa 25.000 Euro verursachte. In derselben Nacht wurde auch ein weiterer Bereich des Solarparks angegriffen, wo mindestens 4000 Meter Kupferkabel im Wert von rund 40.000 Euro gestohlen wurden. Hierbei entstand zusätzlicher Sachschaden an der Anlage, möglicherweise im fünfstelligen Bereich.

Die Heilbronner Polizei spricht von einer systematischen Vorgehensweise mit erheblichem logistischem Aufwand, was darauf hindeutet, dass hier erfahrene Diebe am Werk sind. Die Ermittlungen zeigen auch, dass ein möglicher Zusammenhang zu einem ähnlichen Vorfall im Neckar-Odenwald-Kreis besteht, bei dem am 1. Dezember rund 50.000 Meter Kupferkabel aus einem Solarpark gestohlen wurden. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen in der Nähe der Solarparks in Kirchardt. Zeugen können sich beim Polizeirevier Eppingen unter 07262 60950 melden.

Ein größerer Kontext zu Kupferdiebstählen

Die Begeisterung für Buntmetalle wie Kupfer ist nicht auf die Region beschränkt. In Schleswig-Holstein hat sich die Schadenssumme durch Buntmetalldiebstähle seit 2020 fast vervierfacht. Beliebte Ziele sind E-Ladesäulen, Baustellen und Bahnanlagen. Die Zahl der Diebstähle stieg von 223 im Jahr 2021 auf 410 im Jahr 2024, was die Dringlichkeit der Problematik unterstreicht. Der Kupferpreis hat sich in diesem Zeitraum fast verdoppelt, was die Diebstähle für Kriminelle noch lukrativer macht.

Die Polizei plant Kampagnen zur Sensibilisierung von Metallhändlern, um das Risiko zu minimieren, gestohlenes Metall zu kaufen. Händler werden aufgefordert, nach der Herkunft der Ware zu fragen und gegebenenfalls Herkunftsnachweise zu verlangen. Dennoch bleibt die Herausforderung, Täter zu fassen, bestehen. Hinweise aus der Bevölkerung sind weiterhin von großer Bedeutung.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und den Hintergründen der Diebstähle lesen Sie den Artikel auf SWR und Stimme.