Die Heilbronner Falken, ein traditionsreicher Eishockeyverein, haben am 28. Januar 2026 erneut Insolvenz angemeldet. Dies geschieht zum dritten Mal in der Geschichte des Clubs, ein Zeichen für die tiefgreifenden finanziellen Probleme, mit denen der Verein konfrontiert ist. Der Insolvenzantrag, eingereicht vom geschäftsführenden Gesellschafter Franz Böllinger, wurde beim Amtsgericht Heilbronn verfasst. Laut Informationen aus dem Justizportal des Bundes und der Länder ist die angespannte wirtschaftliche Lage für den Club seit Monaten erkennbar, was sich in offenen Rechnungen und ausbleibenden Einnahmen widerspiegelt.
Der Verein hat versucht, durch ein Schreiben an Sponsoren zusätzliche Mittel zu mobilisieren, doch diese Bemühungen blieben erfolglos. Insbesondere finanzielle Altlasten aus der Zeit der Corona-Pandemie haben zu der aktuellen Situation beigetragen. Die Außenstände belaufen sich auf einen hohen sechs- bis siebenstelligen Betrag, und bereits am 10. Januar waren Zahlungen beim Finanzamt fällig, die nicht geleistet wurden.
Fanproteste und Kommunikation mit Sponsoren
Die Probleme der Falken wurden bereits am 14. Januar bei einer Einladung an Sponsoren im VIP-Bereich deutlich. Bei einem anschließenden Treffen am 16. Januar gab es ein Ultimatum, das jedoch nicht zu einer finanziellen Entlastung führte. Proteste der Fans über die mangelnde Kommunikation der Verantwortlichen begannen seit Saisonbeginn zuzunehmen und sind ein weiterer Ausdruck der Unzufriedenheit über die unklare wirtschaftliche und sportliche Zukunft des Klubs.
Die Spielgemeinschaft wird sich nun entscheiden müssen, ob sie trotz des Insolvenzverfahrens den Spielbetrieb aufrechterhalten kann. Ein Punkt, der für die Fans von Bedeutung ist, da diese weiterhin auf Profi-Eishockey in Heilbronn hoffen. Im Übrigen hat der Club am Mittwoch den Ticketvorverkauf für die verbleibenden Heimspiele der Saison angekündigt, was potenziell darauf hindeutet, dass der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann.
Regulatorische Auswirkungen und sportliche Unsicherheiten
Laut den Statuten der Oberliga kann ein Verein, der sich in einem Insolvenzverfahren befindet, nicht an den Play-offs teilnehmen. Dies bedeutet, dass andere Mannschaften, die hinter den Falken in der Tabelle platziert sind, entsprechend nach oben rücken würden. Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten hatte der Verein bereits im vergangenen Sommer Probleme bei der Lizenzierung für die Oberliga Süd, die zunächst verweigert und später mit einem Sechs-Punkte-Abzug verbunden war.
Aktuell bleibt die Frage offen, wie sich die Situation der Falken weiter entwickeln wird. Mindestens ein Punkt tröstet die Anhänger: Die Amateurmannschaft des Heilbronner Eishockey-Clubs (HEC), die Eisbären, könnte angesichts der Umstände an Bedeutung gewinnen. Der Insolvenzverwalter Peter Röger von der PLUTA GmbH ist nun für die nächsten Schritte zuständig und steuert das Verfahren in einer kritischen Zeit für den Club.
Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) erklärte am Donnerstag, dass man in kontinuierlichem Austausch mit den Heilbronner Falken stehe, um den weiteren Verlauf zu begleiten, auch wenn auf eine frühere Anfrage zunächst keine Antwort kam. Die letzten Entwicklungen des Vereins werden von vielen mit großer Sorge verfolgt, und die Fans können nur auf eine positive Wendung hoffen.
Für detaillierte Informationen über die Geschehnisse rund um die Heilbronner Falken lesen Sie mehr über die Themen der Insolvenz bei SWR, der weiteren Berichterstattung von Rosenheim24 und der Analyse von EishockeyNews.