Im Rahmen eines engagierten Austauschs über Lebensmittelverschwendung kamen heute Mitglieder des Vereins FreeFood im Uhinger Rathaus zusammen, um wichtige Themen anzusprechen. Der Bürgermeister von Uhingen, Matthias Wittlinger, diskutierte mit Verena Manz, die die Aktivitäten der Lebensmittelretter im Landkreis Göppingen koordiniert, über die wachsende Problematik der Lebensmittelverschwendung in Deutschland. Durch die Mitnahme von zwei Kisten mit Lebensmitteln, darunter Schokolade, Chips und Nudeln, sollte auf die massiven Verluste aufmerksam gemacht werden, die zurzeit in der Gesellschaft vorkommen.Filstalwelle berichtet.
Ein zentrales Thema, das während des Treffens angesprochen wurde, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Verena Manz wies darauf hin, dass viele Lebensmittel nach Ablauf dieses Datums immer noch genießbar sind. Das MHD, ursprünglich als Sicherheit für Firmen gegen Regressansprüche gedacht, fördert ungewollt die Verschwendung von Lebensmitteln. Anstatt die Produkte sofort zu entsorgen, empfiehlt sie, diese durch Riechen und Probieren zu überprüfen. Dabei nennt sie Beispiele wie Konserven, Tee, Nudeln und Reis, die oft lange nach dem MHD noch verzehrbar sind.Der Tagesspiegel ergänzt, dass Millionen Tonnen von Lebensmitteln jährlich im Müll landen, nur weil das MHD abgelaufen ist.
Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung
Die Initiative FreeFood hat es sich zur Aufgabe gemacht, essbare Lebensmittel, die aufgrund von Ablaufdaten oder Verpackungsänderungen nicht verkauft werden, vor der Entsorgung zu bewahren. Dies geschieht durch Spenden von Lebensmittelmärkten und Bäckern, die bereit sind, überschüssige Produkte zur Verfügung zu stellen. Nach Feiertagen, wie Ostern und Weihnachten, zeigt sich besonders deutlich, dass viele Süßigkeiten und andere Lebensmittel keine Abnehmer mehr finden, was die Verschwendung exponentiell steigen lässt.
Bürgermeister Wittlinger erkundigte sich während des Treffens nach möglichen Unterstützungsmöglichkeiten für FreeFood, jedoch stellte sich heraus, dass die kommunalen Optionen durch verschiedene Vorschriften limitiert sind. Manz schätzt die Aufmerksamkeit, die auf dieses wichtige Thema gelenkt wird, und betont, dass FreeFood und Foodsharing nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern gemeinsame Ziele verfolgen, um die Lebensmittelverschwendung zu minimieren.
Die deutsche Gesellschaft steht vor einer großen Herausforderung im Umgang mit Lebensmitteln. Es gibt zahlreiche genießbare Produkte, die täglich im Müll landen, während zeitgleich viele Menschen Hunger leiden. In Anbetracht dieser Fakten ist es dringend erforderlich, Maßnahmen zu ergreifen und den Umgang mit Lebensmitteln grundsätzlich zu hinterfragen. Der neue Vorstoß der SPD zur Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums könnte Teil einer Lösung sein, um das Bewusstsein für die Wertschätzung von Lebensmitteln zu schärfen und somit einen positiven Einfluss auf die Reduzierung der Verschwendung auszuüben.