In einer Zeit, in der das Bewusstsein für den Schutz von Kindern vor (sexuellen) Übergriffen stetig zunimmt, ist es wichtig, dass Eltern und Erziehende die notwendigen Werkzeuge und Informationen erhalten, um ihre Kinder bestmöglich zu unterstützen. Ein bevorstehender Vortrag mit dem Titel „Starke Kinder – klare Grenzen“ bietet genau diese Gelegenheit. Die Referentin Michaela Datscher, Diplom-Sozialarbeiterin und Sexualpädagogin, wird am Mittwoch, den 15. April 2026, von 19 bis 20.30 Uhr in der SPES Zukunftsakademie in Schlierbach wertvolle Einblicke geben.
Der Vortrag richtet sich an Eltern und Erziehende und thematisiert hilfreiche Botschaften sowie klare Grenzen, die Kinder benötigen, um sich sicher zu fühlen. Datscher, die bereits für ihre Kinderbücher „Mein unsichtbarer Gartenzaun“ und „Familie Mug und ihre Gefühle“ ausgezeichnet wurde, möchte die Teilnehmenden stärken und ermutigen, sich mit den Herausforderungen im Umgang mit Kindern auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung wird von der SPES Familien-Akademie organisiert und erhält Unterstützung vom Bundeskanzleramt.
Die Herausforderungen sexueller Übergriffe
Die Thematik der sexuellen Übergriffe ist nicht nur ein Anliegen von Fachkräften in Kindertagesstätten, sondern betrifft auch Eltern und Leitungen. Fachkräfte wünschen sich oft mehr Orientierung für Elterngespräche, besonders nach Vorfällen von sexuellen Grenzverletzungen unter Kindern. Es stellt sich die Frage, wie man sensibel über schambesetztes Verhalten spricht und gleichzeitig Sicherheit vermittelt, ohne zu konfrontieren oder zu beschwichtigen. Die Unterscheidung zwischen „betroffenem Kind“ und „übergriffigem Kind“ ist hierbei entscheidend, da sie Rollen beschreibt, jedoch keine Identitäten definiert.
Betroffene Kinder benötigen Schutz und pädagogische Begleitung, während die Eltern oft Orientierung ohne Schuldzuweisungen suchen. In der Praxis ist es wichtig, dass Fachkräfte klare Regeln aussprechen und die Situation dokumentieren, um eine angemessene Reflexion im Team zu gewährleisten. Elterngespräche sollten sachlich und ohne Dramatisierung geführt werden, wobei Raum für Gefühle und die Wahrung der Intimsphäre gelassen werden muss.
Prävention und Schutzkonzepte
Das Bundesjugendministerium unterstützt zahlreiche Initiativen zur Verhinderung sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Ein zentraler Bestandteil dieser Bemühungen ist die Aufklärung über Rechte und die Entwicklung von Schutzkonzepten in Einrichtungen. Die Präventionsinitiative „Trau dich!“ arbeitet eng mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammen und informiert sowohl Kinder als auch Eltern und Fachkräfte über sexuellen Missbrauch. Theateraufführungen stärken das Bewusstsein der Kinder für ihre Rechte und zeigen, wie wichtig es ist, über solche Themen offen zu sprechen.
Zusätzlich gibt es das Bundesmodellprojekt „#UNDDU? Mach dich stark gegen sexuelle Gewalt unter Jugendlichen“, das respektvollen Umgang und Workshops für Jugendliche sowie deren Eltern fördert. Diese Initiativen sind entscheidend, um ein sicheres Umfeld für Kinder zu schaffen, in dem sie sich frei entfalten können, ohne Angst vor Übergriffen haben zu müssen.
Die Veranstaltung „Starke Kinder – klare Grenzen“ ist somit nicht nur eine wertvolle Fortbildung für Eltern und Erziehende, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung für die Herausforderungen, die mit dem Schutz von Kindern vor (sexuellen) Übergriffen verbunden sind. Die Anmeldung ist jederzeit per E-Mail an office@spes.co.at möglich, und es gibt die Möglichkeit, Elternbildungsgutscheine einzulösen. Der Eintritt kostet 10 Euro pro Person oder 15 Euro pro Paar. Für weitere Informationen können Interessierte die Veranstaltungsdetails einsehen.