Die Junge Wirtschaft (JW) Bezirksgruppe Kirchdorf hat kürzlich ihre Jahresprogrammerstellung mit einem aufschlussreichen Betriebsbesuch in der Tischlerei Bernegger in Klaus verknüpft. Rund 548 Jungunternehmer, die Teil der Bezirksgruppe sind, nahmen an dem Treffen teil, das vom Aktiv-Team der JW unter der Leitung von Bezirksvorsitzender Victoria Hurth organisiert wurde. Ziel dieser Veranstaltung war es, die ehrenamtliche Teamarbeit mit praktischem Mehrwert zu kombinieren und die Teilnehmer zur aktiven Mitgestaltung anzuregen. Victoria Hurth hob die Bedeutung des freiwilligen Engagements hervor und betonte den Nutzen der investierten Zeit für die persönliche und berufliche Entwicklung der Teilnehmer.

Geschäftsführer Peter Bernegger nahm die Gruppe mit auf eine informative Tour durch die Tischlerei. Hier zeigte er eindrucksvoll, wie traditionelle Handwerkskunst mit modernen Technologien kombiniert werden kann. Besonders betonte er den Einsatz digitaler Werkzeuge, die nicht nur Arbeitsprozesse erleichtern, sondern auch die Kommunikation optimieren und die Effizienz steigern. Während des Besuchs wurden interessante Themen wie interne Organisation, Teambildung und Führungsmodelle diskutiert, wobei der Austausch in kleiner Runde als äußerst wertvoll beschrieben wurde.

Digitalisierung im Handwerk

Die Relevanz digitaler Präsenz für Handwerksbetriebe wird zunehmend offenkundig. Im Tischler- und Schreinerhandwerk findet aktuell ein Aufbruch durch digitale Werkzeuge statt. Betriebe sehen sich der Herausforderung gegenüber, handwerkliche Qualität mit einer zeitgemäßen Außendarstellung zu vereinen. Um sichtbar zu bleiben und neue Kunden zu gewinnen, ist eine umfassende Online-Präsenz unerlässlich. Laut einer Bitkom-Studie recherchieren über 90% der Verbraucher online, bevor sie einen Handwerksbetrieb kontaktieren. Betriebe, die auf Fachportalen oder in Branchenverzeichnissen vertreten sind, profitieren von einer höheren Sichtbarkeit.

Social Media hat sich ebenfalls als wichtiger Kanal etabliert: Über die Hälfte der Handwerksunternehmen nutzt Plattformen wie Facebook, Instagram und LinkedIn. Authentische Einblicke in die Werkstatt und die Dokumentation aktueller Projekte fördern das Vertrauen von potenziellen Kunden. Die Nutzung digitaler Aufmaßsysteme und CAD-Programme zur präzisen Planung und Dokumentation gehört für viele Tischlereien mittlerweile zum Standard. Diese Digitalisierungsmaßnahmen erweitern die Möglichkeiten des Handwerks, ohne dessen traditionellen Charakter zu verändern.

Die Ansprüche junger Kunden

Der Wandel in der Gesellschaft hat auch Auswirkungen auf die Ansprüche junger Kunden. Die Generation Y und Z sucht Handwerksbetriebe hauptsächlich online und erwartet schnellen Zugang zu Informationen und Dienstleistungen. Jüngere Kunden informieren sich über Empfehlungsquellen in sozialen Medien oder durch Google-Bewertungen. Eine professionelle, mobil-optimierte Website ist für Betriebe unerlässlich, denn über 50% der Nutzer verlassen unoptimierte Seiten. Diese Entwicklung zeigt, dass eine gelungene digitale Präsenz entscheidend für den Geschäftserfolg ist.

Die Juniorengruppe der JW wird auch in Zukunft interessante Programmpunkte anbieten, darunter Betriebsbesichtigungen bei innovativen Firmen wie Prirevo in Ried im Traunkreis, die sich mit 3D-Druck befassen, sowie Elektrotechnik Höllhuber in Wartberg an der Krems. Ein Business-Frühstück im MORIT’S in Schlierbach und ein Sommerfest sind ebenfalls in Planung. Der offizielle Jahresauftakt findet in der Harmonikamanufaktur Schwarz in Molln statt, und das Motto „Traditioneller Handwerksbetrieb trifft internationales Sportbusiness“ verspricht spannende Einblicke und Ideen.

Zusammenfassend zeigt sich, dass eine konsequente digitale Präsenz für Handwerksbetriebe nicht nur wichtig, sondern inzwischen überlebensnotwendig geworden ist. Jüngere Kunden wählen ihre Dienstleister verstärkt nach deren Online-Sichtbarkeit aus, was die Notwendigkeit effektiver Kommunikationsstrategien und ansprechender Internetauftritte weiter unterstreicht. Der Austausch zwischen Tradition und Innovation wird auch in der Zukunft eine zentrale Rolle im Handwerk spielen.