In Schlierbach hat sich ein Traditionsunternehmen über die Jahre hinweg einen Namen gemacht: Holzbau Hurth. Gegründet im Jahr 1919, hat sich der Handwerksbetrieb auf Zimmerei, Sägewerk und Bautischlerei spezialisiert. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer wichtiger werden, setzt Holzbau Hurth auf kreislauffähiges Bauen mit regionalen Materialien und kurzen Transportwegen. Das Unternehmen blickt optimistisch in die Zukunft und realisiert eine Vielzahl von Projekten in Holzbauweise, darunter Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Dachstühle und Gartenhäuser. Die Planung erfolgt dabei sowohl inhouse als auch in enger Zusammenarbeit mit Architekten und Planern.
Ein jüngster Generationswechsel prägt die Zukunft des Unternehmens: Alfred Hurth hat die Geschäftsführung an seine Tochter Victoria Hurth übergeben, bleibt jedoch mit seiner langjährigen Erfahrung dem Betrieb erhalten. Mario Lins unterstützt Victoria in den Bereichen IT, Digitalisierung und strategische Weiterentwicklung. Das engagierte Team von 21 Mitarbeitern, darunter zwei Lehrlinge, trägt maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei. Holzbau Hurth dankt seinen Mitarbeitern, Kunden und Partnern für das langjährige Vertrauen.
Nachhaltigkeit im Holzbau
Der Holzbau erfreut sich nicht nur bei Holzbau Hurth großer Beliebtheit, sondern bietet insgesamt viele Vorteile. Massivholzbau nutzt Materialien wie Brettsperrholz (BSP) und Kreuzlagenholz (CLT), die stabil und langlebig sind. Diese Materialien sind ideal für den dauerhaften Einsatz im Bauwesen und ermöglichen eine Wiederverwendung oder ein Recycling am Ende ihres Lebenszyklus. Im Gegensatz zu herkömmlichen Baustoffen, die oft schwer zu recyceln sind, kann Holz aus abgerissenen Gebäuden in neuen Konstruktionen verwendet werden. Zirkuläres Bauen mit Holz bietet somit ökologische und wirtschaftliche Vorteile, indem Materialkosten gesenkt werden und gleichzeitig die Abfallmengen reduziert werden.
Ein zentrales Element des zirkulären Bauens sind reversible Verbindungen. Es gibt verschiedene Kategorien dieser Verbindungen, die in der Forschung an der RPTU Kaiserslautern untersucht werden. Diese beinhalten unter anderem die Weiterentwicklung bekannter und die Neuentwicklung formschlüssiger Verbindungen. Richtig verbaut und verbunden, können Holzbauelemente nahezu vollständig wiederverwertet werden. Das neue Landratsamt in Ingelheim ist ein Beispiel für ein nahezu komplett reversibles Holzbauprojekt, das zeigt, wie zukunftsorientiertes Bauen aussehen kann.
Herausforderungen und Chancen
Trotz der vielen Vorteile steht der Holzbau vor Herausforderungen. Ein großes Problem ist die fehlende Sortenreinheit des verwendeten Holzes, die eine Wiederverwendung erschwert. Neubauten aus vorproduzierten Elementen sind oft besser sortenrein demontierbar. Digitale Technologien könnten helfen, die Wiederverwendbarkeit zu verbessern. So könnten RFID-Chips zur Dokumentation der Wertschöpfungskette von Holzbauteilen eingesetzt werden. Projekte wie der Edeka-Markt in Braunschweig, der aus gebrauchten Materialien gebaut wird, zeigen, dass innovative Ansätze im Holzbau möglich sind.
Abschließend lässt sich sagen, dass Holzbau Hurth und ähnliche Unternehmen eine wichtige Rolle in der Zukunft des Bauens spielen. Die Verbindung von Tradition und Innovation, gepaart mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, könnte den Holzbau revolutionieren. Jochen Stahl, Inhaber des Ingenieurbüros Fast + Epp, betont die Notwendigkeit, das Denken über Baustoffe und deren Verwendung zu ändern. In einer Welt, in der Ressourcen immer knapper werden, ist der Holzbau nicht nur eine Handwerkskunst, sondern auch eine zukunftsweisende Lösung.
Für weitere Informationen über die nachhaltigen Praktiken im Holzbau, besuchen Sie die entsprechenden Quellen: Tips, Holzbauwelt und DAB Online.