Ein Neubau eines Edeka-Marktes in Wißmar hat kürzlich grünes Licht erhalten, trotz erheblicher Bedenken hinsichtlich des Flächenverbrauchs. Die Verkaufsfläche des geplanten Marktes wird von 850 auf 1.800 Quadratmeter erweitert. Der Beschluss erfolgte durch die Gemeindevertretung, nachdem der Flächennutzungsplan einstimmig geändert wurde. Bürgermeister Marc Nees zeigte sich über die lange Diskussion vor der Abstimmung überrascht, während verschiedene Fraktionen unterschiedliche Meinungen zu dem Vorhaben äußerten. Georg Schlierbach von den Freien Wählern wandte sich gegen den Verlust von Ackerland und regte alternative Standorte an. Prof. Ulrich Ellinghaus von der SPD hingegen befürwortete das Projekt und sah den neuen Standort als den einzigen funktionierenden an.
In der gleichen Sitzung wurde auch der bestehende Edeka-Markt als zu klein erachtet, da ihm Lagermöglichkeiten und angemessene Sozialräume fehlen. Der Bürgermeister kündigte zudem an, dass die Bauleitplanung in vollem Gange sei, wobei auch die Belange des Naturschutzes geprüft werden. Kritiker des Projekts betonen den Verlust von wertvollem Ackerland, für den sie keine Alternativflächen benannt haben, obwohl frühere Prüfungen gezeigt haben, dass es keinen besseren Standort gibt. Dieser Aspekt führt zu einer kontroversen Debatte über die richtige Richtung in der Stadtentwicklung.
Verkauf von Flächen und weitere Entwicklungen
Die Gemeindevertretung Wettenberg hat beschlossen, eine Wegeparzelle sowie Ackerflächen von insgesamt rund 1.260 Quadratmetern zu verkaufen, um dem neuen Edeka-Markt am Ortsrand von Wißmar Platz zu machen. Der Beschluss wurde mehrheitlich mit den Stimmen von SPD und Grünen gefasst, während die Freien Wähler dagegen stimmten und die CDU sich enthielt. Diese Genehmigung ist Teil eines größeren Vorhabens, bei dem die Gemeinde die Ansiedlung des Einzelhandels in der Region fördern will.
Die Herausforderungen für den Einzelhandel sind auch im größeren Kontext deutlich spürbar, denn der Einzelhandel sieht sich einem Rückgang der Kaufkraft und einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb gegenüber. Diese Entwicklungen wirken sich negativ auf den inhabergeführten Facheinzelhandel aus. Oft entstehen neue Verkaufsflächen an peripheren Standorten, was die Versorgungsfunktion der Innenstädte schwächt. Laut NABU ist es entscheidend, dass städtebauliche Planungen die Nahversorgung sichern und großflächige Einzelhandelsbetriebe nur an zentral gelegenen, städtebaulich integrierten Flächen zulassen, um die Wohnortnähe zu fördern.
Energiewende und weitere Projekte
In Wettenberg gibt es zudem Pläne für einen großen Batteriespeicher durch die Mirai Power GmbH, das an dem Standort „Am Rodheimer Pfad“ realisiert werden soll. Bürgermeister Nees sieht dieses Projekt als Beitrag zur Energiewende, wobei das laufende Bauleitplanverfahren somit ein wichtiges Signal senden soll. Gleichzeitig wird erwähnt, dass der Abschluss des Rhein-Main-Links bis 2033 die Verwirklichung dieses Projekts beeinflussen könnte.
In weiteren Entwicklungen beschloss die Gemeinde zudem eine Fortführung des erfolgreichen Taxi-Gutscheinprojekts, das im Jahr 2025 einen Anstieg der Fahrten vorweisen konnte. Auch für den „Krämermarkt“ in Wißmar wurde eine Erhöhung der Standgebühr beschlossen. Diese Maßnahmen zeigen, dass die Gemeinde aktiv an der Verbesserung der lokalen Infrastruktur arbeitet, während sie gleichzeitig mit den Herausforderungen der urbanen Entwicklung und des Einzelhandels umgeht.