Die wirtschaftliche Situation im Maschinenbau bleibt angespannt, wie die aktuelle Entwicklung bei EMAG zeigt. Am 5. November 2025 wurden die Beschäftigten des Unternehmens über einen bereits ausgehandelten Sozialplan informiert, der ausschließlich auf eine Transfergesellschaft setzt. Abfindungen sind hierbei nicht vorgesehen. Diese Situation führt dazu, dass die Zahl der von Kündigung betroffenen Mitarbeiter sich nicht verringert hat, was für die Belegschaft eine erneute schwerwiegende Umstellung bedeutet. Der Personalabbau bei EMAG ist bereits der zweite große in jüngerer Vergangenheit.

Die IG Metall kritisiert diesen schnellen und rücksichtslosen Stellenabbau scharf. Pascal Holz von der IG Metall Göppingen-Geislingen betont, dass viele Beschäftigte in solchen schwierigen Situationen oft allein gelassen werden. Der Betriebsrat hat zudem Unterstützungsangebote zurückgewiesen und die Zustimmung zu den Bedingungen des Sozialplans gegeben. Michael Kocken, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, mahnt die Risiken von Alleingängen in Krisenzeiten an. Es wird darauf hingewiesen, dass die Arbeitnehmerrechte vor allem während solch kritischer Phasen gewahrt bleiben müssen.

Demonstrationen und Appelle

Angesichts der aktuellen Entwicklungen ruft die IG Metall zur Kundgebung am 22. November um 10 Uhr in der Geislingen Fußgängerzone auf. Die Protestaktion soll gegen Tarifflucht, Stellenabbau und den Verlust industrieller Stärke in der Region demonstrieren. Die IG Metall bietet ihre Unterstützung für tragfähige und solidarische Lösungen in dieser Krise an, um den Personalabbau nicht zur Normalität werden zu lassen.

In einem breiteren Kontext betrachtet die Situation bei EMAG die insgesamt schwierige Lage der deutschen Industrie. Im ersten Quartal 2023 vermeldete die Branche einen Umsatzeinbruch von 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr, das ist bereits das siebte Quartal in Folge mit rückläufigen Umsätzen. Der Maschinenbau selbst verzeichnete einen Rückgang von 0,8 %. Insgesamt hat die deutsche Industrie im Jahresvergleich 101.000 Stellen abgebaut, was Alarmzeichen für die wirtschaftliche Stabilität des Sektors sind.

Wirtschaftliche Trends

Branchenexperten warnen vor weiteren Stellenabbauten, mit Schätzungen, dass bis Ende des Jahres mindestens 70.000 Jobs in der Industrie verloren gehen könnten. Diese Entwicklungen erfordern eine Stärkung der Inlandsnachfrage sowie eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland, um die Beschäftigung in der Industrie langfristig zu sichern und die Herausforderungen der aktuellen Marktlage zu meistern.