Heute ist der 19.02.2026 und der Landkreis Göppingen steht vor einer bedeutenden Herausforderung: Der Personalnotstand in der Pflegebranche führt zu Schließungen von Stationen in Pflegeeinrichtungen. Um dem entgegenzuwirken, wurde das innovative „Pflegecamp“ ins Leben gerufen. Dieses Projekt hat sich bereits als erfolgreich erwiesen, da die 25 Plätze schnell ausgebucht waren und eine Warteliste angelegt wurde. Das Pflegecamp bietet sowohl Theorie- als auch Praxiselemente und richtet sich an alle Altersgruppen, von Schülern bis hin zu 56-jährigen Umsteigern. Die Teilnehmenden durchlaufen verschiedene Bereiche wie die Akut-, Langzeit- und Kinderpflege, um einen authentischen Einblick in die Herausforderungen und die Sinnhaftigkeit des Berufs zu erhalten.

Ein weiterer Vorteil des Pflegecamps ist, dass die Absolventen ein Zertifikat erhalten, welches ihre Motivation für zukünftige Bewerbungen um Ausbildungsplätze dokumentiert. Dies ist besonders wichtig, da eine Reform der Pflegeberufe angestrebt wird, um mehr Menschen für die Branche zu gewinnen – auch in der Kinderkrankenpflege. Die mediale Aufmerksamkeit hat bereits dazu beigetragen, das Interesse an diesem Berufsfeld zu steigern. Zudem plant der Landkreis eine kommunale Pflegekonferenz und gezielte Netzwerkarbeit, um die Rahmenbedingungen in der Pflege zu verbessern.

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Einblicke ins Pflegecamp

Das erste Pflegecamp findet vom 17. bis 20. Februar 2026 statt und richtet sich an Jugendliche ab 15 Jahren, Quereinsteiger sowie Menschen in beruflicher Neuorientierung. Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Einblicke in drei Pflegesettings: Krankenhaus, stationäre Langzeitpflege und ambulante Pflege. Die Einführung erfolgt durch die Pflegeschulen im Landkreis, die auch Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten wie Pflegefachfrau/Pflegefachmann und Pflegefachhelferin/Pflegefachhelfer bereitstellen.

Ein Schwerpunkt des Camps liegt auf wichtigen Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen, Organisation, Kommunikationsfähigkeit und Teamarbeit. Zudem haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, direkt mit Ausbildungsbetrieben im Landkreis in Kontakt zu treten. Die Teilnahmevoraussetzungen sind klar definiert: Neben einem Mindestalter von 15 Jahren sind auch ein Nachweis über Masernschutz, EU-Bürgerschaft oder gültige Aufenthalts-/Arbeitserlaubnis sowie ausreichende Deutschkenntnisse erforderlich. Die Anmeldung ist bis zum 16. Januar 2026 möglich und für minderjährige Teilnehmende muss eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten hochgeladen werden. Weitere Informationen sind auf der Webseite des Landkreises zu finden: www.bildungsregion.landkreis-goeppingen.de/pflegecamp.

Gemeinsam für die Zukunft der Pflege

Das Pflegecamp wird vom Ausbildungsverbund Pflege und dem Arbeitskreis Fachkräftemangel der Kommunalen Pflegekonferenz begleitet. Die Idee entstand im Rahmen des Arbeitskreises, der an die „Nacht der Pflege 2023“ anknüpft. Koordiniert wird das Projekt von Isabell Schröder und Stefanie Licht, mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg sowie regionalen Sponsoren wie Albwerk und Volksbank Göppingen.

Die Initiative des Landkreises Göppingen stellt einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung dar, um den Herausforderungen des Pflegeberufes zu begegnen und die Attraktivität der Branche zu steigern. Insbesondere die direkte Begegnung mit Ausbildungsbetrieben und die praxisnahe Ausbildung können dazu beitragen, das Interesse an Pflegeberufen nachhaltig zu fördern und neue Fachkräfte zu gewinnen. Die langfristigen Ziele sind klar: neue Fachkräfte zu gewinnen und konkrete Forderungen an die Politik zur Attraktivitätssteigerung der Pflege zu formulieren.