Die Pläne für den Ausbau des Albaufstiegs und -abstiegs der A8 zwischen Mühlhausen im Täle und Hohenstadt stehen auf der Kippe. Laut Informationen von SWR könnte die Bundesregierung das Projekt aufgrund einer finanziellen Lücke verschieben. Dies geht aus dem „Finanzierungs- und Realisierungsplan 2025 – 2029“ der Autobahn GmbH des Bundes hervor. Konkrete Pläne für etwa 74 Ausbau- und Neubauvorhaben sind somit gefährdet oder könnten sich verzögern.

Winfried Hermann, der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, äußerte scharfe Kritik an der Situation. Er fordert eine klare Priorisierung der Projekte, zumal mehrere bedeutende Infrastrukturvorhaben, einschließlich wichtiger Bahnprojekte, von den Verzögerungen betroffen sind. Der derzeitige Spatenstich für den Albaufstieg der A8 ist für den Herbst 2027 vorgesehen, das Projekt ist bereits planfestgestellt und befindet sich in der Bauvorbereitungsphase.

Projektumfang und Bedeutung

Der Ausbau sieht die Erweiterung der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt auf drei Fahrspuren in beide Richtungen vor. Dabei sind zahlreiche bauliche Maßnahmen notwendig, darunter der Neubau von Brücken und zwei Tunneln. In einem langen Verfahren haben Verkehrsplaner und Anrainer erfolgreich eine Einigung zur Trassenführung erzielt, was die Bedeutung des Projektes unterstreicht. Hermann betont, dass es nicht vermittelbar sei, das Projekt nach so intensiven Debatten und dem erreichten Konsens erneut zu stoppen.

Am 19. September 2025 fand zudem der offizielle Spatenstich für den Neubau einer Brücke in Fahrtrichtung Ulm über die B466 bei Mühlhausen im Täle statt. Diese Maßnahme hat einen estimierten Kostenrahmen von 6,9 Millionen Euro und wird unter laufendem Verkehr durchgeführt. Dies steht im Kontext des laufenden Ausbaus, der als essentiell für die A8, eine wichtige West-Ost-Verbindung im süddeutschen Raum, gilt. Es wird eine provisorische Stahlbrücke errichtet, während die bestehende Brücke, die 1939 erbaut wurde, aus technischen Gründen nicht mehr genutzt werden kann. Der Bau wird voraussichtlich zehn Monate in Anspruch nehmen.

Politische Reaktionen und weitere Schritte

Die FDP äußert sich ebenfalls zu den Plänen und fordert, am Albaufstieg festzuhalten. Kritisiert werden die Verwendung von Sondervermögen, während der Autobahnausbau in Baden-Württemberg gefährdet ist. CDU und SPD haben sich bislang nicht zu den angekündigten Sparplänen des Bundes geäußert, was die Debatte zusätzlich anheizt.

In einem breiteren Kontext ist die Erstellung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 entscheidend, der auf etwa 2.000 Projektvorschlägen basiert. Dieser Plan berücksichtigt Aus- und Neubau von Straßen-, Schienen- und Wasserstraßenprojekten. Die Projekte sind hinsichtlich ihrer Notwendigkeit für den zukünftigen Verkehr sowie ihrer Vor- und Nachteile bewertet worden. Dazu erstellt jedes Projekt Dossiers, die zentrale Informationen enthalten, die im Projektinformationssystem PRINS abrufbar sind.

Die anhaltenden Unsicherheiten in der Finanzierung des Albaufstiegs und der notwendigen Baumaßnahmen werfen fragen über die zukünftige Verkehrsinfrastruktur in der Region auf. Initiativen wie die von Hermann und der FDP könnten entscheidende Schritte in Richtung einer Lösung darstellen, um die langfristige Mobilität in Baden-Württemberg zu sichern.