Am 26. Februar 2026 um 18 Uhr lädt die Kulturhalle in Stockheim zu einer spannenden Podiumsdiskussion ein, die von den Bezirkslandfrauen Nidda organisiert wird. Ziel der Veranstaltung ist es, die politische Stimme der Landfrauen zu stärken und eine Plattform für den Austausch über relevante kommunale Themen zu schaffen. Der Eintritt ist frei und die Diskussion wird von einer Vielzahl von Politikern aus unterschiedlichen Parteien begleitet, darunter Michael Hahn (CDU), Gabi Faulhaber (Die Linke), Lisa Gnadl (SPD), Markus Bäckel (Freie Wähler), Christa Degkwitz (Bündnis 90/Die Grünen), Andrea Rahn-Farr (FDP) und Verena Maienschein (Volt).
Annelise Zimmer aus Wallernhausen hebt hervor, wie wichtig es ist, dass Landfrauen sich aktiv an politischen Diskussionen beteiligen. Die Themen der Podiumsdiskussion sind breit gefächert und reichen von Wohnraum, ärztlicher Versorgung und Bildung bis hin zu Care-Arbeit, Mobilität, Bodenschutz und sogar einem möglichen Böllerverbot. Diese Diskussion soll nicht nur Frauen ermutigen, sich politisch einzubringen, sondern auch das Klischee der Landfrauen als bloße Kaffeekränzchen-Besucherinnen brechen. Der Deutsche Landfrauenverband spielt dabei eine oft unsichtbare, aber wichtige bundesweite politische Rolle.
Herausforderungen und Bedürfnisse in ländlichen Räumen
Trotz der vielen Vorteile des Lebens auf dem Land, wie der Nähe zur Natur, niedrigeren Wohnkosten und einem engeren sozialen Zusammenhalt, sehen sich Frauen in ländlichen Regionen auch mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehören eine schlechter ausgebaute Infrastruktur, beschränkte Erwerbsmöglichkeiten und eine mangelhafte digitale Anbindung. Vor allem Frauen übernehmen einen Großteil der unbezahlten Care-Arbeit, was die Notwendigkeit einer leistungsfähigen und zuverlässigen Versorgungs- und Mobilitätsinfrastruktur unterstreicht. Vielfältige und qualitativ hochwertige Bildungsangebote sind zudem zentral für die Bildungschancen junger Menschen und die beruflichen Perspektiven von Frauen in ländlichen Gebieten.
Irmgard Beck berichtet von strukturellen Hürden, die Frauen in der Politik oft begegnen. Diese beinhalten die Notwendigkeit, besser als Männer zu sein, sowie praktische Hindernisse wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und fehlende Unterstützung. Es wird erwartet, dass die Podiumsdiskussion konkrete Antworten von den Politikern liefert und die Anliegen der Landfrauen dokumentiert, um die Sichtbarkeit ihrer Beiträge zu erhöhen.
Der Beitrag der Frauen in der Landwirtschaft
Frauen stellen ein Drittel der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, oft arbeiten sie als mitarbeitende Familienangehörige. Doch ihre Beiträge bleiben häufig unsichtbar, während repräsentative Positionen in der Landwirtschaft überwiegend von Männern besetzt sind. Frauen leiten zwar Betriebe, wählen jedoch oft kleinere Höfe, wie beispielsweise Pferdehöfe, und bewirtschaften ihre Flächen tendenziell ökologischer. Die Vererbung von Höfen erfolgt zudem weiterhin häufiger an Söhne als an Töchter. Das Thünen-Institut untersucht diese Veränderungen und hat aktuelle Ergebnisse in einem Dossier zusammengestellt.
Die Podiumsdiskussion in Stockheim ist eine wichtige Gelegenheit, um die Sichtbarkeit und die Anliegen der Landfrauen zu fördern. Es ist an der Zeit, dass ihre Stimmen gehört werden und dass sie nicht länger auf Kuchen reduziert werden. Die Diskussion wird sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung sein, um die Herausforderungen, mit denen Frauen in ländlichen Räumen konfrontiert sind, ins Licht zu rücken und ihre politischen Forderungen zu unterstützen.
Für weitere Informationen zur Bedeutung von Frauen in ländlichen Räumen und den Herausforderungen, die sie bewältigen müssen, besuchen Sie die Webseite des Frauen Vielfalt in der Politik und erfahren Sie mehr über die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft auf der Seite des Thünen-Instituts.



