Im Iran sind die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Soziale Entwicklungen derzeit geprägt von einer angespannte Stimmung. Viele Menschen kämpfen ums Überleben, während das Land mit einer hohen Inflation und einer drastischen Abwertung der Währung kämpft. Der Dollar-Kurs liegt derzeit bei etwa 100.000 Toman, verglichen mit 60.000 Toman im Vorjahr. Diese ökonomischen Herausforderungen führen dazu, dass sich viele Bürger nicht an Protesten beteiligen können, da ihre Existenz auf dem Spiel steht. Dennoch bleibt eine spürbare Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderungen, die durch Bewegungen wie „Frau Leben Freiheit“ angestoßen wurden, die nach dem Tod von Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 an Bedeutung gewannen.
Trotz repressiver Maßnahmen zeigt sich eine veränderte öffentliche Wahrnehmung. So berichten Frauen wie Maryam, 27 Jahre alt, von einer neu gewonnenen persönlichen Freiheit und der Entschlossenheit, das Kopftuch abzulegen. Diese soziale Revolution, obwohl von Unsicherheiten begleitet, wird von vielen im Iran als unvermeidlich wahrgenommen.
Veränderungen im rechtlichen Rahmen
Inmitten dieser gesellschaftlichen Transformation hat das iranische Parlament kürzlich das Brautgeldgesetz reformiert, was von den Abgeordneten als „dringend notwendig“ bezeichnet wurde. Die gesetzliche Obergrenze für das Brautgeld im Scheidungsfall wurde von 110 Goldmünzen auf 14 Goldmünzen gesenkt. Dieses Brautgeld stellt die einzige gesetzlich verankerte finanzielle Sicherung für Frauen dar und ist für viele von ihnen entscheidend, um beim Scheitern einer Ehe finanziell abgesichert zu sein. Lexikalisch gilt es zu beachten, dass im iranischen Recht keine Vermögensaufteilung im Scheidungsfall wie im Westen vorgesehen ist, was die wirtschaftliche Situation vieler Frauen weiter kompliziert.
Die Scheidungsrate im Iran liegt bei etwa 42%, in Teheran sogar über 50%. Frauen setzen das Brautgeld oftmals als Verhandlungsmasse ein, um das Sorgerecht zu erlangen. Allerdings erhalten nur etwa 3% der Frauen das vereinbarte Brautgeld tatsächlich. Diese reformistische Bewegung wird als Signal an konservative Kreise gewertet, wobei die frauenfeindlichen Strukturen im rechtlichen Bereich weiterhin umstritten und als hinderlich kategorisiert werden.
Eine neue Erzählung in der Filmindustrie
Parallel zu diesen sozialen und rechtlichen Fortschritten wird im iranischen Kino eine Geschichte erzählt, die das Gefühl der Einsamkeit und die Suche nach Liebe betont. Der Film „Ein kleines Stück vom Kuchen“ zeigt die Herausforderungen der 50-jährigen Mahin, die nach dem Tod ihres Mannes und der Abreise ihrer Tochter nach Europa allein in Teheran lebt. In ihrem langweiligen Alltag findet sie neue Inspiration, als sie an einem Nachmittagstee mit Freundinnen teilnimmt und beschließt, ihr Liebesleben neu zu gestalten.
Die Erzählung entfaltet sich weiter, als Mahin beginnt, eine Beziehung mit dem gleichaltrigen Taxifahrer Faramarz einzugehen. Ihre Begegnung führt zu einer überraschenden und unvergesslichen Nacht, die als Metapher für die unaufhörliche Suche nach menschlicher Verbindung inmitten von gesellschaftlichen Umbrüchen interpretiert werden kann. Die Themen Einsamkeit, Hoffnung und der Wunsch nach Veränderung sind in der gegenwärtigen Stimmung des Iran allgegenwärtig und werden durch solche künstlerischen Erzählungen verstärkt.
Die Kombination aus sozialen Kämpfen, rechtlichen Reformen und kulturellen Ausdrucksformen zeigt, wie sehr der Iran von einem Wandel geprägt ist, der sowohl positive als auch negative Facetten aufweist. Während die Menschen an ihrer Zukunft arbeiten, bleibt die Frage, ob diese Veränderungen letztendlich zu einem besseren Leben für alle führen werden.
Interessierte an diesen Themen können nähere Informationen über die aktuellen Entwicklungen im Iran auf Tagesschau nachlesen oder die Debatte über Frauenrechte auf DW verfolgen. Auch die filmische Aufarbeitung menschlicher Schicksale erlebte mit „Ein kleines Stück vom Kuchen“ einen neuen Ausdruck, zu finden auf Cineplex.