Der neue Debütfilm „Ein Kuchen für den Präsidenten“ von Regisseur Hasan Hadi taucht tief in die Kindheitserinnerungen des Regisseurs ein und thematisiert die Herausforderungen eines Lebens im Südirak während der 90er-Jahre. Die Geschichte folgt der 9-jährigen Protagonistin Lamia, die von Baneen Ahmed Nayyef gespielt wird. Inmitten der Diktatur von Saddam Hussein steht Lamia vor der Aufgabe, einen Kuchen für die Feierlichkeiten zum Geburtstag des Diktators zu backen. Dies geschieht in einem Land, in dem die Lebensmittelversorgung stark eingeschränkt ist und insbesondere grundlegende Zutaten wie Eier, Zucker und Mehl rar sind. Innerhalb von nur zwei Tagen muss Lamia die notwendigen Zutaten beschaffen, unterstützt von ihrem Klassenkameraden Saeed und ihrem Hahn Hindi.

Die Suche nach den fehlenden Zutaten entfaltet sich zu einem aufregenden Abenteuer, das in einer von Unsicherheit und Entbehrungen geprägten Umgebung stattfindet. Der Film fängt die kindliche Unschuld sowie die harsche Realität eines unterdrückten Landes ein und präsentiert Elemente von Humor, Freundschaft und Hoffnung. Trotz der widrigen Umstände wird die Menschlichkeit durch kleine, aber entscheidende Siege illustriert, was den Film zu einer berührenden und nachdenklich stimmenden Erfahrung macht.

Einblick in die Geschichte des Irak

Die Geschichte, die in „Ein Kuchen für den Präsidenten“ erzählt wird, ist untrennbar mit der politischen Realität des Irak verbunden. Die Invasion des Landes durch die USA am 20. März 2003, die als „Operation Iraqi Freedom“ bekannt ist, hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft. An diesem historischen Tag erblickten drei Säuglinge in Bagdad das Licht der Welt. Als Mohammed, Karar und Ban geboren wurden, standen ihre Mütter vor der ungewissen Frage, ob sie sich über die Geburt freuen oder fürchten sollten. Diese Verbindung zwischen den Protagonisten des Films und der realen Geschichte zeigt, wie eng persönliche Schicksale und politische Ereignisse miteinander verwoben sind. Dies verdeutlicht der Artikel, der auf fr.de veröffentlicht wurde.

Die Erinnerung an die Hinrichtung von Saddam Hussein im Dezember 2006 hat ebenfalls einen prägenden Einfluss auf die irakische Gesellschaft. Junger Mann Hassan, der zu diesem Zeitpunkt erst vier Jahre alt war, berichtet von den Erinnerungen an diese Zeit. Er lebt in Sadr City und studiert Literatur an einer privaten Universität in Bagdad. Im Irak ist das Recht auf Meinungsfreiheit nicht garantiert, und kritische Äußerungen können schwere Repressionen nach sich ziehen. Die wirtschaftliche Lage im Irak ist nach wie vor angespannt, was viele dazu veranlasst, sich ein Leben unter Saddam zurückzuwünschen. Diese Einblicke in die komplexe demografische Struktur und die politischen Spannungen des Landes stammen aus einem Artikel der taz.

In einer stark gespaltenen Gesellschaft kämpfen junge Menschen wie Ibrahim Thamer für Veränderungen. Er nimmt an Protesten gegen Korruption und Arbeitslosigkeit teil, und seine Hoffnung auf eine bessere Zukunft steht im Kontrast zu der pessimistischen Sicht der Rückkehrerin Aya, die plant, in Belgien zu leben. Diese Konflikte zwischen Hoffnung und Resignation sind Teil des größeren Narrativs des Irak, das auch in „Ein Kuchen für den Präsidenten“ reflektiert wird, indem es deutlich macht, wie das individuelle Schicksal von den politischen und sozialen Umständen des Landes geprägt wird.