Am 5. Februar 2026 startet der mit Spannung erwartete Film „Ein Kuchen für den Präsidenten“. Regie führt der irakische Filmemacher Hasan Hadi, der mit diesem Debütfilm fasziniert, aber auch schockiert. Der Film spielt im Irak der 1990er-Jahre und beleuchtet die dunklen Schatten der Diktatur unter Saddam Hussein.
Die Geschichte dreht sich um die neunjährige Lamia, die von ihrer Großmutter den Auftrag erhält, einen Geburtstagskuchen für den Präsidenten zu backen. Um diesen Wunsch zu erfüllen, muss sie mit ihrer Großmutter und ihrem Freund Saeed in die Stadt aufbrechen, um die benötigten Zutaten zu besorgen. In einer Zeit, in der die Bevölkerung unter Hunger leidet und Lebensmittel äußerst rar sind, stellt sich der Weg zu den Zutaten als herausfordernd dar. Dabei wird das Leben der Menschen im Irak – geprägt von Angst, Hoffnung, Leben und Tod – eindringlich dargestellt. Das Stück spielt kurz vor dem 50. Geburtstag von Saddam Hussein und während der amerikanischen Luftangriffe im Jahr 1991, als sein Regime von jubelnden Anhängern umgeben ist, während viele andere im Elend leben.
Die künstlerische Umsetzung
Besonders bemerkenswert ist, dass der gesamte Film mit Laiendarstellern gedreht wurde. Dies trägt nicht nur zur Authentizität der Geschichte bei, sondern ermöglicht den Zuschauern auch einen tiefen Einblick in die Lebensrealität eines von Korruption und internationalen Sanktionen geplagten Irak. Die Preise für Grundnahrungsmittel sind hoch, und die Bevölkerung muss unter diesen Bedingungen überleben. Die Großmutter von Lamia ist finanziell nicht in der Lage, die notwendigen Zutaten wie Eier, Mehl und Zucker zu beschaffen und plant gar, sich von Lamia zu trennen.
Der Film wird zum Spiegelbild der Kontraste, die das Leben im Irak der 90er Jahre prägen. Auf der einen Seite erfahren die Bürger Zwangsfeiern und staatliche Propaganda, die die Macht des Diktators glorifizieren. Auf der anderen Seite steht das bittere Elend der alltäglichen Menschen. Diese Diskrepanz zwischen dem offiziellen Jubel und der dramatischen Lebensrealität der Einwohner wird durch die kindliche Perspektive von Lamia eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Auswirkungen und Relevanz
Die Lebensumstände, die im Film thematisiert werden, sind nicht nur historische Relikte. Experten bezeichnen den Irak als einen potenziellen „gescheiterten Staat“, der unter den Nachwirkungen von Kriegen und Besatzung leidet. Die Bedrohung durch den Islamischen Staat, der in den letzten Jahren große Teile des Landes kontrollierte und Millionen von Menschen in die Flucht trieb, verdeutlicht die fortwährenden Herausforderungen, mit denen das Land konfrontiert ist. Viele dieser Themen sind auch in dem geschickt produzierten Film, der von den Kindheitserinnerungen des Regisseurs inspiriert ist, spürbar.
Mit einer Laufzeit von 102 Minuten und einer Altersempfehlung ab 6 Jahren ist „Ein Kuchen für den Präsidenten“ nicht nur ein eindringliches Drama, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Iraks, der von vielen als dysfunktional und traumatisiert wahrgenommen wird. Der Film wagt es, das persönliche Schicksal einer Familie in den Kontext eines ganzen Landes zu stellen.
Vorfreude breitet sich bereits unter den Kinogängern aus: Hasan Hadi liefert an diesem Abend mit „Ein Kuchen für den Präsidenten“ die Möglichkeit, sowohl in die Träume eines kleinen Mädchens als auch in die düstere Realität hinter der Fassade einer Diktatur einzutauchen. Dies macht den Film zu einem Must-See für alle, die sich mit der komplexen Geschichte des Irak auseinandersetzen möchten.
NDR berichtet, dass der Film ab dem 5. Februar ins Kino kommt. Weitere Details bietet SWR, während historische Hintergründe über die Situation im Irak von ARD Mediathek bereitgestellt werden.