In Sachsenheim findet jeden Dienstag von 14 bis 17 Uhr im Café „EMmA“ ein ganz besonderes Treffen statt. Dieser Ort hat sich zu einem wichtigen Treffpunkt entwickelt, der Gleichheit fördert und Menschen zusammenbringt. Die Leiterin des Cafés betont, dass alle Menschen gleich viel wert sind und jeder so sein darf, wie er ist. Aktuell bereiten 15 ehrenamtliche Helfer das wöchentliche Treffen vor, wobei ihre Aufgaben von Eindecken und Kaffee kochen bis hin zu Dekorieren und Aufräumen reichen.
Das Motto des Treffens an diesem Tag, „Wo man singt, da lass dich nieder…“, bringt die Freude und die Lebendigkeit der Veranstaltung zum Ausdruck. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Wirkung von Musik, insbesondere bei dementen Menschen. Hierfür kommt ein alter Grundig-Plattenspieler zum Einsatz, der mit einer Auswahl an Schallplatten beliebter Schlager bestückt ist. Die Haptik der Schallplatten wird ebenfalls betont: Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, die Platten in die Hand zu nehmen, was ein zusätzliches, taktiles Erlebnis schafft. Bei Kaffee und Kuchen kommen die Teilnehmer schnell ins Gespräch – oft ganz ungezwungen. An der Kaffeetafel sitzen derzeit zehn Gäste, deren Altersspanne vom 71-jährigen Jüngsten bis zur 101-jährigen Ältesten reicht.
Ein Ort der Begegnung und Entlastung
Das Café „EMmA“ bietet nicht nur eine Plattform für gesellige Zusammenkünfte, sondern auch eine wichtige Unterstützung für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz. In Deutschland leben ungefähr zwei Drittel aller demenzerkrankten Menschen zu Hause, und der überwiegende Teil von ihnen wird von Angehörigen betreut. Diese Verantwortung bringt jedoch erhebliche körperliche und seelische Belastungen mit sich. Krankheitsbedingte Wesensveränderungen können soziale Kontakte erschweren und führen häufig zu sozialer Isolation der Betroffenen.
Indem das Café „EMmA“ Menschen mit und ohne Demenz die Möglichkeit bietet, Geselligkeit und Lebensfreude außerhalb ihres gewohnten Umfeldes zu erleben, wird ein wertvoller Beitrag zur sozialen Integration geleistet. Zudem erfahren pflegende Angehörige durch die regelmäßigen Treffen eine zeitliche Entlastung und einen Freiraum für sich selbst, was in der oft herausfordernden Pflege von Demenzkranken von unschätzbarem Wert ist.
Eine Einladung zur Teilnahme
Für all jene, die Interesse haben, am Treffen im Café „EMmA“ teilzunehmen, gibt es die Möglichkeit, sich an die Sozialstation zu wenden. Die offene, herzliche Atmosphäre und die gemeinsame Freude an Musik und Gesprächen machen das Café zu einem Ort, an dem jeder willkommen ist und sich wohlfühlen kann.
Das Engagement der Ehrenamtlichen und die liebevolle Gestaltung der Treffen sind nicht nur eine Bereicherung für die Teilnehmer, sondern auch ein Zeichen für die Stärke der Gemeinschaft in Sachsenheim. Wer mehr über die Angebote erfahren möchte, kann die Bietigheimer Zeitung besuchen oder sich auf der Seite der Sozialstation Sachsenheim informieren.