Am 24. Januar 2026 fand in Hohenstadt ein bewegender Kinoabend statt, bei dem die Kulturgemeinschaft einen Film über den Berliner Bestatter Eric Wrede präsentierte. Der Film zielt darauf ab, neue Perspektiven auf Trauer und Abschied zu eröffnen und gibt den Zuschauern einen tiefen Einblick in das oft tabuisierte Thema Sterben. Wrede, der vor über zehn Jahren von der Musikbranche ins Bestattungswesen wechselte, hat sich intensiv mit den Themen Tod und Trauer auseinandergesetzt und bereits mehrere Bücher veröffentlicht. NN.de berichtet, dass auch eine Dokumentation über Wrede mit dem Titel „Der Tod ist ein Arschloch“ von Michael Schwarz und Alexander Griesser entstanden ist.
Eric Wrede, 45 Jahre alt, thematisiert in seinen Werken und in der Dokumentation den Arbeitsalltag im Bestattungswesen und die Normalität des Sterbens. In Berlin sind etwa 95 Prozent aller Bestattungen Feuerbestattungen, während Wrede bei seinen Praktiken nur 40 Prozent dieser Form wählt, da er eine starke Verbindung zu seinem Körper und den Friedhöfen empfindet. Er äußert, dass eine Feuerbestattung für ihn nicht in Frage kommt. Während der Dokumentation wird kein Fokus auf spektakuläre Szenen gelegt, sondern es wird die essentielle Normalität von Trauer und Abschied in den Vordergrund gerückt. N-TV berichtet von der Wichtigkeit des Vertrauens in der Arbeit mit trauernden Familien.
Themen der Dokumentation
Wrede kritisiert die sogenannten „unwanted services“ in der Bestattung und spricht über die emotionalen Mehrwerte, die in der Arbeit mit Menschen und deren Trauerprozessen liegen. Er fordert auch eine Verlängerung der Fristen für Bestattungen, um den Trauernden mehr Zeit zu geben, mit dem Verlust umzugehen. Er spricht darüber, dass ein schlechtes Gewissen oft zu einem ungesunden Trauerverlauf führt, sowie von der Notwendigkeit, eine „Trauerkompetenz“ zu entwickeln, um mit Veränderungen umgehen zu können.
Cinematographisch spannend ist auch der persönliche Kinodokumentarfilm des Berliner Regisseurs Raphael Schanz, der das Lebensende seiner Mutter dokumentiert. Die Stiftung Deutsche Bestattungskultur gibt Einblick in diesen Film, der Themen wie Abschied und Trauer behandelt. Schanz begann ein Jahr nach der Krebsdiagnose seiner Mutter mit den Filmaufnahmen. Über 100 Stunden Filmmaterial dokumentieren den Alltag sowie die sich verändernde Beziehung zwischen Mutter und Sohn in dieser herausfordernden Zeit.
Der Film über Wrede sowie Schanz‘ Dokumentation sind Beispiele dafür, wie Film als Medium genutzt werden kann, um unvermeidliche, aber oft unbesprochene Themen auf eine möglichst sensible Art und Weise sichtbar zu machen. Indem sie die Normalität des Sterbens und die Herausforderungen des Abschieds thematisieren, tragen beide Projekte dazu bei, den Dialog über Trauer und Verlust zu eröffnen und zu fördern.