Heute ist der 16.02.2026 und der traditionelle Faschingsumzug in Hohenstadt hat wieder zahlreiche Besucher angezogen. Der erste große Fasnetsumzug der NZ Hinterhau-Geister Heroildstatt fand in diesem Jahr unter Nebel statt, während der traditionelle „Glombige“ in Westerheim, trotz nasser Witterung, durchgeführt wurde. Hohenstadt hingegen erfreute sich am Freitag über trockenes Wetter mit teilweise Sonnenschein, was den etwa 800 Teilnehmenden zugutekam. Somit vervielfachte sich die Einwohnerschaft des 850-Seelen-Dorfs temporär und schuf eine fröhliche Atmosphäre.
Besonders bemerkenswert war die große Vielfalt an Narrenzünften, die am Umzug teilnahmen. Die IGF Westerheim wählte das Thema „Zorro“ und verteilte Gummibären an das Publikum. Auch die Wetzastoi-Beißer aus Neckarhausen waren vertreten, während die Tanzgarde der IGF Westerheim mit ihren Darbietungen das Publikum begeisterte. Die Nellinger Bienen trugen ebenfalls zu dem bunten Treiben bei, und die Zuschauer waren gut verkleidet, was die fröhliche Stimmung unterstrich. Die Hohenstadter Pfingslümmel absolvierten den Umzug früh, um die Gäste zu unterhalten, und der Westerheimer Schwobagräsch startete mit den jüngsten Mitgliedern. Zahlreiche spannende Masken waren beim Umzug zu sehen, die die Kreativität der Teilnehmer widerspiegelten.
Ein Fest der Gemeinschaft und Tradition
Der Faschingsumzug in Hohenstadt ist nicht nur ein einmaliges Ereignis, sondern ein jährliches Fest, das durch bunte Wagen und kreative Kostüme geprägt ist. Die Teilnehmergruppen sorgen dabei nicht nur für Unterhaltung, sondern auch für ein starkes Gemeinschaftsgefühl, das Besucher aller Altersgruppen begeistert. Musik, Humor und kreative Darstellungen bilden das Herzstück des Umzugs, der durch den Ort zieht und die Menschen zum Feiern einlädt.
Nach dem Umzug geht das närrische Treiben an verschiedenen Veranstaltungsorten weiter, wie im Lümmelheim, Lümmelzelt, Dorf- und Feuerwehrhaus sowie im Sonnenzelt. Hier haben die Besucher die Möglichkeit, zu feiern, zu tanzen und gesellig beisammen zu sein. Die Musik und die gute Stimmung halten bis in die späten Stunden an und sorgen dafür, dass der Faschingsumzug für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Die Veranstaltung steht für Gemeinschaft, Tradition und Lebensfreude, die tief in der Region verwurzelt sind.
Die Wurzeln von Karneval und Fasching
Um die Bedeutung des Faschingsumzugs besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die historischen Ursprünge von Karnevals- und Faschingsfeiern, die bis in vorchristliche Zeiten zurückreichen. Antike Feste wie die römischen Saturnalien und die griechischen Dionysien beinhalteten Rollentausch und Maskerade, was die Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen symbolisierte. Im Mittelalter feierten Menschen vor der Fastenzeit Freiheiten, die im restlichen Jahr nicht möglich waren. Der Begriff „Carnevale“ stammt aus dem Italienischen und deutet auf das bevorstehende Fasten hin, während in Deutschland der Begriff „Fasching“ von „Fastenschank“ abgeleitet ist.
Die lokalen Ausprägungen des Karnevals variieren stark: Während im Rheinland Straßenkarneval gefeiert wird, finden in Venedig opulente Maskenbälle statt. Diese Feste sind nicht nur Ausdruck von Tradition, sondern auch von gesellschaftlicher Reflexion und Kritik. Verkleidungen und Masken haben dabei eine tiefere symbolische Bedeutung und bieten den Menschen die Möglichkeit, für kurze Zeit in andere Rollen zu schlüpfen und gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. Die lebendige Tradition des Karnevals bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Teil unserer Kultur, während sie sich gleichzeitig weiterentwickelt und an moderne Gegebenheiten anpasst.