Der Abwasserpreis in der Gemeinde Hattenhofen ist seit Januar 2026 gestiegen. Der Preis erhöht sich von 5,49 Euro auf nunmehr 7,82 Euro pro Kubikmeter. Diese Erhöhung stellt eine erhebliche Mehrbelastung für viele Familien dar, die nun mit zusätzlichen Kosten rechnen müssen.

Für jedes Familienmitglied wird der jährliche Verbrauch auf etwa 40 Kubikmeter geschätzt, was bedeutet, dass die Mehrkosten über 90 Euro pro Jahr betragen könnten. Ursprünglich war geplant, die Abwassergebühren erst im Jahr 2027 zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Aufgrund der finanziellen Situation der Gemeinde musste dieser Prozess jedoch vorgezogen werden. Der Bürgermeister Franz Robeller erklärt, dass die Kläranlage kostendeckend arbeiten müsse, was in den letzten Jahren nicht mehr gewährleistet war.

Finanzielle Herausforderungen und Kredite

In den vergangenen drei Jahren hat die Gemeinde Hattenhofen ein Defizit von fast 400.000 Euro aufgebaut. Die Kläranlage in Mammendorf pumpt das Abwasser seit März 2022. Diese Umstellung erforderte den Bau einer sieben Kilometer langen Druckleitung, die eine gewichtige Investition darstellt. Infolge dieser Veränderungen hat die Gemeinde zwei Kredite in Höhe von insgesamt drei Millionen Euro aufgenommen, die jährlich mit rund 230.000 Euro zurückgezahlt werden müssen.

Die Betriebskosten der Kläranlage Mammendorf sind infolge gestiegener Preise, insbesondere für Strom, gestiegen. Die Gemeinde Hattenhofen trägt etwa 25% der Kosten. Ein Bürgerentscheid im Februar 2022 führte zur Entscheidung, die Finanzierung des Anschlusses ausschließlich über Abwassergebühren zu organisieren. Bürgermeister Robeller führt diese Entscheidung als eine der Hauptursachen für die höheren Gebühren an und geht davon aus, dass die Abwasserpreise in der Zukunft weiter steigen werden.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Die Erhöhung der Abwassergebühren steht im Einklang mit dem bayerischen Kommunalabgabengesetz, das besagt, dass Gebühren kostendeckend erhoben werden müssen, um die betriebswirtschaftlichen Kosten zu decken, einschließlich Abschreibungen und Zinsen für Anlagenkapital. Aufwand und Kosten müssen in der Gebührenberechnung fair und transparent dargestellt werden, um finanzielle Belastungen angemessen zu verteilen. Die Gebührenbemessung soll zudem den sparsamen Umgang mit Wasser fördern und kann teilweise degressiv gestaltet werden, insbesondere für gewerbliche Betriebe, die bereits Sparvorkehrungen getroffen haben.

Die Bürger in Hattenhofen müssen sich auf die neuen Bedingungen einstellen. Ab 2031 könnten die finanziellen Belastungen durch die Kredite sinken, was eine mögliche Erleichterung für die Anwohner verspricht. Bis dahin wird jedoch weiterhin mit steigenden Abwasserpreisen zu rechnen sein, vor allem wegen der notwendigen Sanierungen der Kläranlage Mammendorf.

Dieses Thema ist auch in der angrenzenden Gemeinde Mammendorf derzeit aktuell, wo die Gebühren aufgrund von ähnlichen Problemen drastisch erhöht wurden. Der neue Preis beträgt hier 4,85 Euro je Kubikmeter, ansteigend von 2,57 Euro. Auch Mammendorf steht vor der Herausforderung, seine Infrastruktur kostendeckend zu betreiben und die Gebühren entsprechend anzupassen. Dies könnte für die Anwohner der umliegenden Gemeinden zusätzlichen Druck auf ihre Haushaltskassen bedeuten.

Für weitere Informationen zu den Abwassergebühren sowie Tipps zur Abfallentsorgung, lesen Sie bitte auch die Berichte auf merkur.de, mammendorf.de und zum rechtlichen Hintergrund auf gesetze-bayern.de.