In den frühen Morgenstunden des 12. Februar 2026 ereignete sich ein Wildunfall bei Gerstetten, als ein 39-Jähriger mit seinem Skoda ein Reh erfasste. Der Vorfall passierte kurz vor 7.30 Uhr, als der Mann auf der Strecke von Bräunisheim in Richtung Gussenstadt fuhr. Ungefähr 500 Meter nach dem Ortsausgang kreuzte ein Reh die Fahrbahn und wurde frontal vom Fahrzeug erfasst. Das Auto des Fahrers erlitt einen erheblichen Schaden von etwa 2000 Euro, blieb jedoch fahrtüchtig. Das tote Reh wurde von einem Jagdpächter geborgen. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass besonders in den frühen Morgenstunden, bei Dämmerung und in der Nacht erhöhte Vorsicht geboten ist, da Wildwechsel häufig vorkommt. Autofahrer sollten in diesen Bereichen ihre Geschwindigkeit anpassen und bremsbereit sein.
Wildunfälle sind keine Seltenheit in Deutschland. Laut dem ADAC ereignet sich alle zwei Minuten ein solcher Unfall, und für das Jahr 2024 wird mit 276.000 Wildunfällen gerechnet. Jährlich sterben über eine Million Wildtiere bei Unfällen, was nicht nur Tierleid verursacht, sondern auch Risiken für die Verkehrssicherheit birgt. Besonders in den Abend- und frühen Morgenstunden ist die Gefahr von Wildunfällen am höchsten. Autofahrer sollten daher bei Sichtung von Wildtieren am Straßenrand ihre Geschwindigkeit reduzieren, das Fernlicht ausschalten und hupen, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.
Verhalten bei einem Wildunfall
Bei einem Wildunfall ist es wichtig, die Unfallstelle umgehend abzusichern. Das bedeutet, dass das Warnblinklicht eingeschaltet und ein Warndreieck aufgestellt werden sollte. Die Polizei kann unter der Notrufnummer 110 verständigt und ein Jäger informiert werden, um eine Wildschadenbescheinigung auszustellen. Tote Tiere sollten, wenn möglich, an den Randstreifen gezogen werden, während verletzte Tiere nicht angefasst werden sollten. Es ist illegal, angefahrenes Wild zu entfernen, da dies als Wilderei gewertet werden kann.
Die Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden am Fahrzeug durch Zusammenstoß mit Haarwild, während bei Vollkaskoversicherungen auch Schäden reguliert werden können, wenn kein Nachweis für den Wildunfall erbracht werden kann. In Deutschland sind die Sachschäden durch Wildunfälle im Jahr 2023 auf etwa 1,1 Milliarden Euro gestiegen, mit einer weiter steigenden Tendenz. Dabei sterben jährlich rund 10 Personen durch Wildunfälle, und etwa 2.500 Personen erleiden leichte bis schwerere Verletzungen.
Prävention und Aufklärung
Die Dunkelziffer von Wildunfällen ist alarmierend hoch. Schätzungen zufolge werden jährlich rund drei Millionen Säugetiere und 16 Millionen Vögel durch den Straßenverkehr getötet. Dies führt nicht nur zu einem Verlust an Biodiversität, sondern auch zu einem erheblichen Risiko für die Verkehrssicherheit. In Deutschland gibt es derzeit kein einheitliches Vorgehen zur Reduktion von Wildunfällen, und es bestehen große Wissenslücken in diesem Bereich. Die Forschung befasst sich daher mit Wildunfallschwerpunkten, der Wirkung von Präventionsmaßnahmen und dem Verhalten beim Wildunfall.
Die Polizei und Jagdverbände betonen, dass es vor allem auf vorausschauendes Fahren und ein erhöhtes Gefahrenbewusstsein ankommt, um Unfälle mit Wildtieren zu vermeiden. Es ist ratsam, besonders auf Straßen mit Warnschildern zu achten, die auf häufige Wildunfälle hinweisen. Diese präventiven Maßnahmen können dazu beitragen, sowohl Mensch als auch Tier zu schützen und die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren.