Heute ist der 18.02.2026 und wir blicken auf einen bemerkenswerten Fortschritt im Pflegebereich, besonders im Landkreis Waldshut. Dort haben die Caritas-Sozialstationen Hochrhein ein flexibles Pflegekonzept namens „IstZeitPflege“ implementiert. Dieses innovative Modell verändert die Art und Weise, wie Pflegeleistungen erbracht und abgerechnet werden. Es orientiert sich nicht mehr an starren Leistungspaketen, sondern an den individuellen Bedürfnissen der Pflegebedürftigen. Die Pflegekräfte sind dazu angehalten, in enger Absprache mit den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen die notwendigen Leistungen festzulegen. So kann beispielsweise das Duschen anstelle einer bloßen „kleinen Körperpflege“ oder das Üben von Treppensteigen in den Mittelpunkt rücken.

Ein zentraler Aspekt des Konzeptes ist die Abrechnung nach Zeit, die zwischen 20 und 30 Minuten variiert. Diese Transparenz ist nicht nur für die Pflegebedürftigen von Vorteil, sondern führt auch zu einer höheren Zufriedenheit unter den Pflegekräften. In einer Mitarbeitendenbefragung wurde festgestellt, dass der Zeitdruck verringert wurde, was letztendlich zu attraktiveren Arbeitsplätzen führt und Pflegekräfte bis zur Rente im Beruf halten soll. Die AOK Baden-Württemberg unterstützt die Umsetzung von „IstZeitPflege“ bereits seit über fünf Jahren. Dadurch wird die Selbstbestimmtheit und Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen gefördert.

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Flexibilität und individuelle Pflege

Das Konzept „IstZeitPflege“, das von der Caritas Hochrhein entwickelt wurde, wurde 2019 in Wehr erstmals erprobt und hat seitdem bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Es zielt darauf ab, mehr persönliche Zuwendung für Pflegebedürftige zu schaffen und gleichzeitig den Druck auf die Pflegekräfte zu reduzieren. Die Pflegekräfte entscheiden eigenständig und flexibel über die benötigte Unterstützung, die auch Spaziergänge, persönliche Gespräche oder alltägliche Hilfestellungen umfassen kann. Dies führt nicht nur zu einer höheren Zufriedenheit der Pflegebedürftigen, sondern auch der Pflegekräfte selbst.

Ein weiterer Vorteil des Konzeptes liegt in der finanziellen Erschwinglichkeit der Pflege. Da nur die tatsächlich erbrachte Pflegezeit abgerechnet wird, kann die Pflege insgesamt günstiger werden. Aktuell folgen bereits zehn ambulante Pflegedienste in Baden-Württemberg dem Beispiel der Caritas-Sozialstationen. Das Potenzial zur bundesweiten Umsetzung des Konzeptes ist vorhanden, benötigt jedoch geeignete Partner und den Willen zur Implementation. Der Gesetzgeber wird aufgefordert, zu handeln, um dieses zukunftsweisende Modell gesetzübergreifend umzusetzen.

Ein Modell für die Zukunft

Das Caritas-Modell „IstZeitPflege“ erregt nicht nur in der Region, sondern auch auf nationaler Ebene großes Interesse. Bundesgesundheitsministerium und Hochschulen zeigen sich offen für die Ideen, die hinter diesem Konzept stehen. Die Flexibilität und Individualität in der Pflege könnten eine Antwort auf die Herausforderungen sein, denen sich die Branche gegenübersieht. Die Notwendigkeit, Pflegekräfte langfristig im Beruf zu halten und gleichzeitig den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen gerecht zu werden, könnte mit diesem Ansatz erfolgreich vereint werden.

Insgesamt zeigt sich, dass die Caritas Hochrhein mit ihrem Konzept „IstZeitPflege“ einen bedeutenden Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten Pflege geht. Es bleibt abzuwarten, wie dieses Modell weiter ausgerollt wird und welche weiteren Impulse es für die Pflege in Deutschland setzen kann. Die Entwicklung ist vielversprechend und könnte als Vorbild für andere Regionen dienen. Mehr Details und Informationen zu diesem innovativen Ansatz finden Sie auf den Webseiten der [AOK Baden-Württemberg](AOK) und der [Caritas Hochrhein](Caritas).