In einer überraschenden Wendung für die deutsche Wirtschaft hat die Groupe SEB, ein französischer Haushaltswarenkonzern, die Schließung von drei deutschen Werken angekündigt. Betroffen sind das Silit-Werk in Riedlingen, das Werk in Hayingen und das Werk in Diez. Diese Entscheidung betrifft rund 130 Arbeitsplätze in Riedlingen, wo seit 1956 Töpfe und Pfannen produziert werden. In Hayingen werden Messer und in Diez Backformen hergestellt. Insgesamt sollen bis zu 600 Stellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz abgebaut werden, was die Sorgen um die Beschäftigung in der Region verstärken könnte. Die Schließung wird als notwendige Maßnahme zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit in der DACH-Region begründet, während die Produktion ins Ausland, insbesondere nach Asien, verlagert werden soll. Quelle.

Die Auswirkungen auf den Hauptsitz der WMF-Gruppe in Geislingen sind derzeit unklar, jedoch bleibt dieser Standort weiterhin wichtig für die Marke WMF, die zur Geislinger WMF-Gruppe gehört und seit zehn Jahren Teil der Groupe SEB ist. Die Geschäftsführerin von WMF, Stefanie Leiterholt, stellte klar, dass die Maßnahmen darauf abzielen, die Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu sichern. Der Stellenabbau wird möglichst sozialverträglich gestaltet, und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen sind bereits in Planung. Quelle.

Wirtschaftliche Hintergründe und Ziele

Die Groupe SEB hat in ihrer Bilanz für 2025 einen Umsatzrückgang von 1,2 % auf 8,2 Milliarden Euro sowie einen operativen Ergebnisrückgang um 25 % auf 601 Millionen Euro vermeldet. Um die Kosten um 200 Millionen Euro zu senken, wurde ein Sparprogramm ins Leben gerufen, das konzernweit bis zu 2.100 Arbeitsplätze kosten könnte, wovon 1.400 in Europa und bis zu 600 bei WMF betroffen sind. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen und bestehende Strukturen an anderen Standorten zu nutzen. Quelle.

Das Silit-Werk in Riedlingen, das derzeit etwa 150 Mitarbeiter beschäftigt, ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Silit ist bekannt für das innovative Material Silargan, eine Funktionskeramik, die in vielen Haushalten geschätzt wird. Im Sommer 2020 wurde bereits eine Perspektive für den Erhalt der Restarbeitsplätze bis mindestens 2026 vereinbart, was die aktuelle Situation umso dramatischer macht.

Strategische Neuausrichtung und Perspektiven

Die Groupe SEB und WMF treten unter der Leitung von Emmanuel Serot Almeras im DACH-Raum gemeinsam auf, um zentrale Aktivitäten der acht Marken zu bündeln und Synergieeffekte in Marketing und Vertrieb zu nutzen. Das Ziel ist die Festigung und der Ausbau der Marktposition in den Bereichen Kochgeschirr und Small Domestic Appliances (SDA). In den nächsten drei Jahren soll es gelingen, Marktanteile zu gewinnen und die Wettbewerbsposition zu stärken. Der Hauptsitz der neuen Groupe SEB WMF Consumer GmbH bleibt in Geislingen, ergänzt durch Satellitenbüros in Frankfurt, Wien und Zürich. Quelle.

Mit der gemeinsamen Vermarktung der Marken Tefal und WMF in Bereichen wie Kaffeevollautomaten und Cookware sowie der Fokussierung auf Wachstumsfelder wie Heißluftfritteusen und Connected Kitchen zeigt die Groupe SEB, dass trotz der aktuellen Herausforderungen eine klare Strategie zur Stärkung der Marktposition verfolgt wird. Die geplanten Digitalisierungsmaßnahmen und die neue Struktur sollen den Außendienst weiter stärken und die Kundenbetreuung intensivieren.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein für die betroffenen Mitarbeiter und die gesamte Region, während die Groupe SEB versucht, sich in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt zu behaupten.