Die finanzielle Situation des Kreisjugendrings (KJR) in Göppingen hat sich drastisch verschlechtert, nachdem der Kreistag die Zuschüsse um 50 Prozent gekürzt hat. Dies entspricht einem Betrag von mehr als 110.000 Euro pro Jahr und hat weitreichende Folgen für die Strukturen und Angebote des KJR. So führt diese Kürzung nicht nur zu einer Neuausrichtung des Verbandes, sondern auch zu einer erheblichen Reduzierung der Personalstruktur. Sämtliche Sachbearbeitungsstellen wurden gestrichen, ebenso der Bereich Spielmobil. Besonders besorgniserregend ist die Bedrohung der offenen Jugendarbeit im Stadtteil Bergfeld.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt der KJR bestrebt, die Interessen junger Menschen zu vertreten und die verbandliche Jugendarbeit zu unterstützen. Lediglich eine pädagogische Stelle sowie eine 50-Prozent-Verwaltungsstelle konnten gesichert werden. Die KJR hat eine Ampelliste mit priorisierten Aufgabenfeldern erstellt, die Beratungsangebote, Verleihangebote und Fortbildungsprogramme umfasst. Dank externer Finanzierung können wichtige Projektstellen, wie „Demokratie leben!“ und das Vielfaltsprojekt, weiterhin betrieben werden.
Kooperationen und Unterstützung
Um die zentrale Arbeit trotz der Ressourcenknappheit aufrechtzuerhalten, haben mehrere Mitgliedsverbände Kooperationen angeboten. Der KJR fungiert als Dachverband von 40 Jugendverbänden und vertritt die Interessen von mehr als 54.000 jungen Menschen im Landkreis. Zu den wesentlichen Aufgaben des KJR gehören die politische Repräsentanz, Beratungs- und Unterstützungsangebote, Projektarbeit sowie die Spielmobilarbeit.
Für Vereine, Ortsgruppen oder auch Einzelpersonen, die finanzielle Unterstützung suchen, steht ein Zuschussportal zur Verfügung. Anträge können an verschiedene KJR gestellt werden, darunter KJR München-Land, KJR Ebersberg und viele weitere. Eine einmalige Registrierung und die Bestätigung der E-Mail-Adresse sind erforderlich, um die Berechtigung für eine Gruppierung zu beantragen. Weitere Informationen dazu finden sich auf der Webseite des Zuschussportals (KJR Zuschussportal).
Die Rolle der Kreisjugendringe
Die Bedeutung von Kreisjugendringen zeigt sich auch in anderen Regionen, wie etwa im Kreisjugendring Rosenheim. Dieser setzt sich ebenfalls für die finanzielle Unterstützung seiner Mitglieder und deren Jugendarbeit ein. Ziel ist es, die Jugendarbeit in der Region zu stärken und vielfältige Angebote zu ermöglichen. Unterstützt werden Veranstaltungen, Jugendleiterfortbildungen, Arbeitsmittel sowie Projekte und Aktionen. Informationen zu den Fördermöglichkeiten sind in den entsprechenden Flyern enthalten, die die Zuschussrichtlinien detailliert festlegen (KJR Rosenheim).
Die aktuellen Entwicklungen beim KJR in Göppingen werfen ein Licht auf die Herausforderungen, mit denen viele Jugendverbände in Deutschland konfrontiert sind. Die Kürzungen machen deutlich, wie wichtig es ist, die Jugendförderung in der kommunalen Politik nicht aus den Augen zu verlieren, um auch weiterhin eine vielfältige und inklusive Jugendarbeit zu gewährleisten.