Am 25. Januar 2026 fand in Eschenbach, im Kreis Göppingen, die Bürgermeisterwahl statt. Mit überwältigenden 91,5 Prozent der Stimmen wurde Simone Staib zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Die 44-jährige Polizeihauptkommissarin setzte sich damit klar gegen ihren Gegenkandidaten, Patrick John Coleman, durch, der lediglich 6,5 Prozent der Stimmen erhielt. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung in Eschenbach bei 50,9 Prozent, was auf ein reges Interesse der Bürger an der Kommunalpolitik hinweist. Laut Filstalwelle wurde Staib die erste Bewerberin für dieses Amt.

Staib, die in Eckwälden lebt und mit dem CDU-Kreisrat Rainer Staib verheiratet ist, bringt umfangreiche Erfahrung in Verwaltung und öffentlichem Dienst mit. Sie hat Abschlüsse in Public Management sowie Police Service und ist als engagierte Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Eckwälden bekannt. Ihre politischen Schwerpunkte umfassen bezahlbares Wohnen, Familienfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und die Förderung der Wirtschaft. Sie strebt eine bürgernahe und transparente Gemeindepolitik an, die sowohl Bewährtes erhalten als auch Neues zeitgemäß entwickeln möchte.

Die Wettstreitenden Kandidaten

Patrick John Coleman, der als Polizeiobermeister a.D. tätig war, stellte einen alternativen Ansatz zur Entwicklung Eschenbachs vor. Er plädiert für eine Fusion mit Heiningen zur Gründung einer „Stadt Voralb“, um die Kosten für die Stadtverwaltung zu senken. Coleman schlägt unter anderem die Einsetzung eines kostenfreien Kindergartens vor und fordert Bürgerentscheide, um mehr Mitspracherecht für die Bevölkerung zu ermöglichen. Er plant, bei einer Fusion nach drei Jahren als Bürgermeister zurückzutreten, um weitere Gehaltseinsparungen zu realisieren. In der Wahl hat sich jedoch klar der Fokus der Wählerschaft auf Staibs Visionen gerichtet. Dies verdeutlicht die Partizipation der Bürger an lokalen Entwicklungsprozessen.

Beide Kandidaten haben unterschiedliche Ansätze zur kommunalen Entwicklung. Während Coleman mit seiner kommunalpolitischen Erfahrung überzeugen wollte, setzt Staib auf ihre schnelle Bewerbung und tiefere Verbundenheit zur Gemeinde. Sie möchte auch den Erhalt der ärztlichen Versorgung und der Postfiliale sichern sowie die Mobilität der Bürger verbessern. Dies sind zentrale Themen, die hinter den Kulissen bereits diskutiert werden, insbesondere im Hinblick auf lokale Projekte wie das Pflege- und Wohnprojekt.

Frauen in der Kommunalpolitik

Die Wahl von Simone Staib ist ein bedeutender Schritt für die Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik in Deutschland. Der Frauenanteil in dieser politischen Ebene liegt derzeit bei nur 27 Prozent und ist damit niedriger als in der Landes- oder Bundespolitik. Frauen wie Staib bringen frische Perspektiven in die lokalen Gremien, kämpfen jedoch oft gegen Vorurteile und stereotype Sichtweisen. Ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, mit denen Frauen in der Kommunalpolitik konfrontiert sind, ist die Erfahrung von Ramona Schumann, der ersten Bürgermeisterin von Pattensen, die feststellt, dass übergriffige Kommentare gegenüber Politikerinnen weit verbreitet sind. Deutschlandfunk Kultur hat auf diese Ungleichheiten aufmerksam gemacht und betont die Notwendigkeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Politikerinnen zu verbessern.

Die Wahl von Simone Staib könnte ein ermutigendes Signal für zukünftige Kandidatinnen in der Kommunalpolitik sein und zeigt das wachsende Vertrauen, das Wählerinnen und Wähler in die Fähigkeiten von Frauen setzen. Es bleibt abzuwarten, wie Staib ihre Pläne konkret umsetzen wird und welche Impulse sie in Eschenbach setzen kann.