In der heutigen Zeit sind immer mehr Singles und bestehende Liebesbeziehungen in der Krise. Ein neu gegründetes Startup namens AmaMi hat eine App entwickelt, die darauf abzielt, die Beziehungsgesundheit zu verbessern. Katharina von Degenfeld, die Entwicklerin der AmaMi-App, möchte damit Frauen helfen, ihre Beziehungen zu stärken und mehr Liebe in ihren Alltag zu bringen. Dies ist besonders relevant, da in Deutschland drei Viertel der unter 30-Jährigen ohne festen Partner sind.

Die Gründe für den Anstieg an Singles sind vielfältig: Eine Verschiebung des Erwachsenwerdens, erhöhte Mobilität durch Ausbildung und Beruf sowie eine mangelnde Bindungsfähigkeit tragen dazu bei. Studien zeigen, dass dauerhafte Beziehungen, insbesondere Ehen, das physische, psychische und finanzielle Wohlbefinden fördern. Eine Harvard-Langzeitstudie hat sogar ergeben, dass gute Beziehungen entscheidend für ein erfülltes Leben sind. Dennoch sind in Deutschland nur die Hälfte der Erwachsenen verheiratet und 40% der Ehen enden in einer Scheidung.

Herausforderungen bei der Partnersuche

Eine Umfrage hat ergeben, dass weniger als ein Drittel der Befragten aktiv auf Partnersuche ist, obwohl mehr als die Hälfte eine Beziehung möchte. Besonders alarmierend ist, dass 75% der Frauen zwischen 22 und 35 Jahren in den letzten 12 Monaten kein Date hatten, bei Männern sind es 66%. Ein geringes Selbstwertgefühl könnte ein Grund für die Schwierigkeiten bei der Partnersuche sein: Nur 25% der Befragten fühlen sich selbstbewusst genug, um potenzielle Partner anzusprechen, und weniger als 40% fühlen sich attraktiv.

Die Prognose ist ebenfalls besorgniserregend: Jeder dritte Erwachsene in den Zwanzigern könnte niemals heiraten. Angesichts dieser Herausforderungen bietet die AmaMi-App regelmäßige Check-ups, Tests und Tipps zu Themen wie Kommunikation, Intimität und Dankbarkeit. Ihr Ansatz „Love him first“ ermutigt Frauen, aktiv an ihren Beziehungen zu arbeiten. Zudem ist eine Männer-App mit dem Ansatz „Love her first“ für den Herbst geplant und die AmaMi-App für Singles wird im März veröffentlicht, um Frauen dabei zu unterstützen, ihre besonderen Qualitäten zu erkennen und Beziehungen aufzubauen.

Die Einsamkeitsepidemie

Die Problematik der Einsamkeit ist nicht nur ein persönliches, sondern auch ein gesellschaftliches Thema. Dr. Robert Waldinger, der in einem TED Talk über die Harvard Study of Adult Development spricht, hebt hervor, dass Einsamkeit weit verbreitet ist und negative gesundheitliche Folgen hat. Über ein Drittel der Amerikaner berichteten 2021 von „ernsthafter Einsamkeit“. In Deutschland zeigt eine Studie, dass rund 2% der Menschen als hoch einsam gelten, wobei dieser Anteil während der Covid-19-Pandemie stabil blieb. Allerdings stieg die mittlere Einsamkeit in Deutschland, besonders während der Pandemie, an.

Die Ursachen für diese Veränderungen können strukturelle gesellschaftliche Veränderungen sowie unterschiedliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sein. Die Studie identifiziert Risikogruppen für Einsamkeit, darunter jüngere Menschen (18-30 Jahre) und Frauen. Dies deutet auf einen dringenden Bedarf an weiteren Datenerhebungen hin, um die aktuelle Einsamkeit in Deutschland besser zu erfassen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

Fazit und Ausblick

Die AmaMi-App stellt einen vielversprechenden Ansatz dar, um Frauen in ihrem Beziehungsleben zu unterstützen und die Herausforderungen der modernen Partnersuche anzugehen. In Anbetracht der steigenden Einsamkeit und der Schwierigkeiten, die viele Menschen bei der Partnersuche erleben, ist es wichtig, dass solche Initiativen weiterhin gefördert werden. Die App ist kostenlos und derzeit auf Deutsch verfügbar, was ihre Zugänglichkeit erhöht und es mehr Frauen ermöglicht, aktiv an ihren Beziehungen zu arbeiten.

Mehr über die Herausforderungen von Einsamkeit und die Bedeutung von Beziehungen erfahren Sie in den ausführlichen Studien und Vorträgen, die hier und hier zu finden sind.