Am 29. Januar 2026 fand im Bad Hotel in Bad Überkingen die von dem Bundesverband Der Mittelstand, BVMW e. V., organisierte Veranstaltung „Was nun, Frau Ministerin?“ statt. Über 50 Vertreter des regionalen Mittelstands kamen zusammen, um mit hochrangigen politischen Gästen, wie Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, und Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, einen Dialog über die aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Wirtschaft zu führen. Lothar Lehner, Repräsentant des BVMW für mehrere Landkreise, eröffnete die Veranstaltung.
Im Zentrum der Diskussion standen die wirtschaftliche Lage in Baden-Württemberg sowie der notwendige Bürokratieabbau. Ministerin Hoffmeister-Kraut analysierte die gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die Auswirkungen der Rezession auf den Mittelstand.Filstalexpress berichtet, dass zahlreiche Unternehmer während der Veranstaltung die schweren Belastungen durch bürokratische Vorschriften zur Sprache brachten. Um diesen Herausforderungen begegnen zu können, informierte Dr. Hoffmeister-Kraut über ein bevorstehendes Treffen mit Banken zur Sicherstellung der Finanzierung für mittelständische Unternehmen.
Themen und Lösungsansätze
Die Teilnehmer brachten eine Vielzahl von Themen zur Sprache, darunter logistische Probleme, die Fördermittelgesetzgebung und baurechtliche Herausforderungen im Kontext des Artenschutzes. Ministerin Razavi betonte die Bedeutung des Bürokratieabbaus für die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands und kündigte an, bürokratische Hürden im Bauwesen intensiv zu prüfen. Während der Veranstaltung erhielten die Ministerinnen spezifische Fragen aus dem Publikum und boten lösungsorientierte Ansätze an, um den akuten Herausforderungen zu begegnen.
Die positive Resonanz der Teilnehmer verdeutlichte den Wunsch nach einer Wiederholung der Veranstaltung. Es wurde deutlich, dass der direkte Kontakt zur Landespolitik eine wertvolle Möglichkeit darstellt, um die Bedürfnisse und Herausforderungen des Mittelstands in der Region zu adressieren.
Im Rahmen der Bemühungen um Bürokratieabbau werden auch umfassende Maßnahmen auf Bundesebene in Betracht gezogen. So berichtet das Bundeswirtschaftsministerium von einem Gesetzesentwurf, der darauf abzielt, Bürokratiekosten um 25 Prozent, also um 16 Milliarden Euro, zu senken. Zu den geplanten Maßnahmen gehören die Aufhebung der Weiterbildungspflicht für Immobilienmakler und die Entlassung von Übertragungsnetzbetreibern von Berichtspflichten.
Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung
Um die Verwaltung effizienter zu gestalten, setzt Baden-Württemberg auf digitale Lösungen. Laut dem Innenministerium läuft das Portal Service-BW, das verschiedene Verwaltungsdienstleistungen bündelt und insbesondere auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen ausgerichtet ist. Dieses Portal soll bürokratische Hürden abbauen und durch nutzerzentrierte digitale Anwendungen den Bürgern und Unternehmen den Zugang zu Verwaltungsleistungen erleichtern.
Mehr als 520 Onlinedienste sind bereits in der Region verfügbar, wobei kontinuierlich weitere Dienstleistungen digitalisiert werden, um den Anforderungen des Online-Zugangsgesetzes nachzukommen. Die positiven Entwicklungen zeigen, dass durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und Nutzerfeedback innovative Lösungen entwickelt werden, die den Verwaltungsaufwand erheblich reduzieren.
Insgesamt stellt die Veranstaltung in Bad Überkingen einen wichtigen Schritt in der Zusammenarbeit zwischen Politik und Mittelstand dar, um wirtschaftliche Belange konkret zu adressieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken.