In Bad Boll, am heutigen 4. März 2026, rückt ein Thema ins Licht, das oft in der gesellschaftlichen Debatte vernachlässigt wird: der Schutz von Menschen in Not. Landesbischof Gohl hat in seinen jüngsten Äußerungen die Verantwortung der Gesellschaft für geflüchtete Menschen betont. Er verweist auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und definiert den „Nächsten“ als jemanden, der unerwartet auf dem eigenen Weg auftaucht und Hilfe benötigt. Insbesondere in den Jahren nach 2015 waren dies viele Menschen aus Syrien, Afghanistan und Nordafrika, die in ihrer Not Unterstützung suchten. Gohl kritisiert, dass es nicht ausreicht, auf individuelle ethische Impulse zu setzen; es bedarf auch gesellschaftlicher Strukturen, um diesen Menschen tatsächlich zu helfen.
Ein zentraler Punkt seiner Kritik ist der öffentliche Druck, der einfache Lösungen in der Migrationspolitik fordert und dadurch den Einsatz für Migranten verringert. Es ist bedauerlich, dass Unterstützer von Geflüchteten sich rechtfertigen müssen, während die Gleichgültigkeit gegenüber deren Schicksal oft nicht hinterfragt wird. Gohl stellt fest, dass das Thema Flüchtlingsschutz kaum in der öffentlichen Debatte präsent ist und kritisiert die gegenwärtige europäische Politik, die sich gegen geflüchtete, oft traumatisierte Menschen abzuschotten scheint. Diese Haltung bezeichnet er als ein Armutszeugnis für ein humanes und solidarisches Europa.
Die europäische Migrationspolitik im Fokus
Die Kritik an der aktuellen Migrationspolitik ist nicht unbegründet. Pushbacks, also die gewaltsame Zurückweisung von Migranten, die Asyl beantragen wollen, sind in vielen EU-Staaten an der Tagesordnung und verstoßen gegen EU-Recht sowie die Genfer Flüchtlingskonvention. Menschen, die in einem EU-Staat ankommen, haben ein Recht auf Asylprüfung und ein Verfahren. Die Zunahme von Migranten aus Afghanistan seit der Machtübernahme der Taliban 2021 verdeutlicht die Dringlichkeit dieses Themas.
Die Reaktionen der EU-Staaten auf Migration und Asyl sind unterschiedlich: Während südeuropäische Staaten wie Griechenland und Italien eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen fordern, setzen osteuropäische Länder wie Polen und Ungarn auf eine Abschottungspolitik, die Pushbacks und Grenzzäune umfasst. Dies zeigt eine zunehmende Bereitschaft zur Abschottung in der EU, die auch von Ratspräsident Charles Michel unterstützt wird, der in einem EU-Gipfel die Möglichkeit äußerte, Kosten für physische Barrieren zu übernehmen.
Ein Aufruf zur Solidarität
Gohl warnt, dass solche politischen Ansätze den Rechtspopulisten eher Vorschub leisten, anstatt ihnen entgegenzuwirken. Die Gerechtigkeit und Menschlichkeit, die in der christlichen Lehre verankert sind, sollten das Handeln der Gesellschaft leiten. Die Gleichgültigkeit, die vielen geflüchteten Menschen entgegengebracht wird, ist nicht nur ein gesellschaftliches Versagen, sondern auch eine Herausforderung für die Werte, die Europa repräsentieren sollte. Der Aufruf zur Solidarität ist dringender denn je, denn die Herausforderungen, die mit der Migration einhergehen, betreffen uns alle.
Zusätzlich zur Debatte um die gesellschaftliche Verantwortung zeigt sich in der digitalen Welt eine wichtige Entwicklung: Die Analyse des Webverhaltens von Nutzenden, um die Struktur und Gestaltung von Webseiten zu verbessern. Hierbei kommen Technologien wie Matomo zum Einsatz, die unter anderem die IP-Adresse, Gerätetyp und die Verweildauer auf den Seiten erfassen. Diese Daten werden umgehend pseudonymisiert und nach 90 Tagen gelöscht, was den Datenschutz gemäß der DSGVO gewährleistet. Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten sind in den Datenschutzhinweisen der Webseite verfügbar (BMBF).
Die Herausforderungen der Migrationspolitik sind komplex, und die Gesellschaft muss sich diesen annehmen. Es bedarf eines Umdenkens und einer Aktion, die über den individuellen ethischen Impuls hinausgeht, um den geflüchteten Menschen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie verdienen.



