In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde in Wernau im Kreis Esslingen ein Zigarettenautomat gesprengt. Anwohner berichteten von einem lauten Knall, der gegen 1:15 Uhr zu hören war. Die gesamte Front des Automaten wurde abgerissen, Metallteile lagen meterweit verstreut, wie die Stuttgarter Nachrichten meldet. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Reutlingen hat die Ermittlungen aufgenommen und untersucht die Randbedingungen des Vorfalls.

Zeugen berichteten von mehreren flüchtenden Personen am Tatort. Ein 17-Jähriger wurde nahe der Stelle angetroffen und einer Personenkontrolle unterzogen. In der Nähe wurde eine abgelegte Jacke gefunden, die einem der unbekannten Täter zugeordnet werden kann. Der Jugendliche wurde später an eine Erziehungsberechtigte übergeben. Bislang kann der Sachschaden am Zigarettenautomaten nicht beziffert werden, die Ermittlungen zum Diebesgut sind noch im Gange. Auch die Auswertung von Videoaufnahmen aus der Tatnacht ist Teil der laufenden Ermittlungen.

Frühere Vorfälle und Sprengversuche

Der Sprengstoffanschlag auf den Zigarettenautomaten ist nicht der erste Vorfall dieser Art in Wernau. Bereits in der Silvesternacht wurde ein Fahrkartenautomat am Bahnhof mit einem selbstgebauten Sprengsatz angegriffen. Die Explosion verursachte zwar einen großflächigen Schaden, der Automat selbst hielt jedoch stand, sodass die Täter keinen Zugang zur Geldkassette erlangten. Laut einem Bericht von BKZ wird der finanzielle Schaden bei diesem Vorfall auf 40.000 bis 50.000 Euro geschätzt.

Die Deutsche Bahn bemerkte den Schaden durch eine Störungsmeldung. Nach dem Vorfall musste der Fahrkartenautomat von der Feuerwehr geöffnet werden, um auf eventuell weiteren Sprengstoff zu untersuchen. Der Entschärfungsdienst der Bundespolizei wurde ebenfalls hinzugezogen, was zur vorübergehenden Sperrung des Bahnsteigs führte und währenddessen den Bahnverkehr recht stark beeinträchtigte.

Der Kontext der Kriminalität in Deutschland

Diese Vorfälle stehen im größeren Zusammenhang steigender Gewaltdelikte und Kriminalität in Deutschland. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024 ist die Gewaltkriminalität im letzten Jahr um 1,5 % gestiegen, was den höchsten Stand seit 2007 markiert. Auch die Tatverdächtigenzahlen bei Jugendlichen und Kindern sind angestiegen. Angesichts dieser Zahlen sind die aktuellen Vorfälle in Wernau Teil eines besorgniserregenden Trends.

Die Polizei und verschiedene Institutionen müssen verstärkt auf solche Gewalttaten achten und die Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger gewährleisten. Der Gemeinschaftsgefühl und das Vertrauen in die öffentliche Sicherheit stehen auf dem Spiel, was Umsetzungen gezielter Präventionsmaßnahmen unerlässlich macht.