Das Hallenbad in Bad Segeberg bleibt weiterhin geschlossen, da sich die Reparaturen und Nachbesserungen länger hinziehen als ursprünglich geplant. Momentan wurden erhebliche Schäden im Nichtschwimmer-Becken und im Dampfbad entdeckt, weshalb beide Bereiche mindestens bis Ende September gesperrt bleiben. Aus diesem Grund wird der Eintrittspreis während der Sperrung leicht ermäßigt, um den Besuchern entgegenzukommen. Diese Verzögerungen sind Teil eines umfassenderen Sanierungsprojekts, das voraussichtlich bis Ende März 2025 abgeschlossen sein soll und sich über dreieinhalb Jahre erstreckt. Die Bauamtsleiterin Antje Langethal bestätigte, dass technische und energetische Probleme sowie statische Mängel an der Hallendecke zur Verzögerung beigetragen haben. Die Sanierungskosten haben sich inzwischen auf rund 16 Millionen Euro fast verdoppelt, wobei die Hälfte dieser Summe durch Fördermittel des Landes und der EU gedeckt wird. Ein Wechsel des Bauleiters sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs haben die Zeitplanung zusätzlich beeinflusst, wie NDR.de berichtete.

In Deutschland gibt es einen erheblichen Sanierungsstau in Hallen- und Schwimmbädern. Laut einer aktuellen Studie liegen etwa 50% der Freibäder und 62% der Hallenbäder im Bundesgebiet im Zustand gravierenden Sanierungsbedarfs. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen stehen circa 6.000 Hallen-, Frei- und Kombibäder der Öffentlichkeit zur Verfügung, die eine wichtige Rolle für Erholung, Gesundheitsförderung und Schwimmausbildung zur Unfallprävention spielen. Ohne eine umfassende Sanierung könnten bis zu 800 öffentliche Schwimmbäder ihre Türen schließen. Um diesem Sanierungsstau entgegenzuwirken, plant der Bund, Länder und Kommunen mit verschiedenen Programmen zu unterstützen. Hierzu wird ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, wie Ingenieur.de feststellt.

Bad Segeberg als Vorbild für Zukunftsvisionen

Obwohl das Hallenbad vor Herausforderungen steht, zeigt die Stadt Bad Segeberg auch ambitiöse Planungen für die Zukunft. Sie wurde in einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung als Referenzstadt für das Konzept der „15-Minuten-Stadt“ hervorgehoben. Dieses Konzept fördert nicht-motorisierte Verkehrsmittel und betont die Bedeutung von kurzen Wegen, sei es zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Die Stadt strebt somit an, eine nachhaltige und lebendige Umgebung für ihre Bewohner zu schaffen.

Inmitten dieser baulichen Veränderungen erlebte Bad Segeberg auch ein wichtiges Ereignis: das Richtfest für den Neubau des Kreishauses. Mit einem Investment von 64,5 Millionen Euro wird das neue Verwaltungszentrum rund 600 Arbeitsplätze schaffen und ist das bisher größte Bauprojekt des Kreises Segeberg. Die Fertigstellung ist für September 2027 geplant, mit einer Inbetriebnahme im Februar 2028. Diese Entwicklungen werden die Infrastruktur der Stadt und der Region langfristig stärken.

Kulturbeleben und nachhaltige Landwirtschaft

Parallel zur Sanierung des Hallenbads finden auch die Segeberger Kulturtage statt, die am 12. September beginnen und über 100 Veranstaltungen umfassen. Dieses Festival wurde von einem fünfköpfigen Team organisiert und zielt darauf ab, kleine Kulturangebote in der Region zu fördern. Hagen wurde als Kulturdorf für das Event ausgewählt, um das kulturelle Leben vor Ort zu beleben.

Außerdem bereichert Niklaas Bornholdt die Region mit seinem Vielfaltsgarten, den er seit drei Jahren bewirtschaftet. Wöchentlich beliefert er 40 Kunden mit Abo-Gemüsekisten, die ohne Spritzmittel und künstlichen Dünger produziert werden. Er plant, sein Geschäft zu erweitern und eine Solidarische Landwirtschaft (Solawi) zu gründen, was den Fokus auf nachhaltige Lebensmittelproduktion stärkt. Bad Segeberg entwickelt sich also nicht nur architektonisch, sondern auch kulturell und ökologisch weiter.