Der Karneval steht vor der Tür, und die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten laufen auf Hochtouren. In Wendlingen beispielsweise findet am Samstag, dem 31. Januar, um 18:30 Uhr, der traditionell ausgerichtete Narrengottesdienst in der Kirche St. Kolumban statt. Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto einer bekannten Zeile aus einem Schlager der 80er Jahre. Musikalisch wird der Gottesdienst von den Kindern des Jugendchors sowie den witzigen Nelau-Hexen, die auch unter dem Namen Neckar-Lauter-Hexen bekannt sind, gestaltet. Verkleidung ist ausdrücklich erlaubt, weshalb sowohl Groß als auch Klein eingeladen sind, in bunten Kostümen zu erscheinen. Es wird auf eine bunte Versammlung von Kirchenbesuchern gehofft, die gemeinsam feiern möchten. Nach dem Gottesdienst lädt die Narrenzunft zu einem närrischen Beisammensein und Umtrunk ein, bei dem die Spenden aus dem Gottesdienst dem Jugendchor zugutekommen werden, wie Nussbaum berichtet.
Ein besonderes Highlight der Fasnetszeit in Wendlingen ist der Rathaussturm, der am Schmotzigen Doschtig um 18 Uhr auf dem Marktplatz stattfindet. Hierbei handelt es sich um einen Brauch, der die feierliche Übernahme des Rathauses durch die Narren symbolisiert. Diesjährig feiern die Nelau-Hexen, die seit über 40 Jahren aktiv sind, ihr 40-jähriges Bestehen. Die erste Veranstaltung der Narrenzunft fand 1985 an Weiberfasnet statt, und gegründet wurde die Zunft von drei Frauen. So wird der Rathaussturm nicht nur ein Spektakel für die Augen, sondern auch ein Fest der Gemeinschaft und der Tradition, was die Gemeinde mit Stolz erfüllt, wie NTZ berichtet.
Fasnet und ihre Bräuche
Die Fasnet ist Teil einer liebgewonnenen Tradition, die insbesondere in der schwäbisch-alemannischen Region tief verwurzelt ist. Die Feierlichkeiten markieren die Zeit vor der 40-tägigen Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt. Ähnliche Feierlichkeiten finden auch in anderen Regionen statt, wobei der Karneval in Deutschland oft von Umzügen, Liedern, Masken und Kostümen geprägt ist. Weitere bedeutende Karnevalsorte sind Städte wie Köln und Mainz, während die Hochburgen im deutschen Sprachraum vor allem im Rheinland und der schwäbisch-alemannischen Fastnacht zu finden sind, wie Wikipedia nahelegt.
Die Ursprünge des Karnevals reichen Tausende von Jahren zurück. Bereits in Mesopotamien wurden vor 5000 Jahren ähnliche Feste gefeiert, die oft mit dem Wechsel der Jahreszeiten und vorchristlichen Riten verbunden waren. Im Mittelalter fanden Narrenfeste rund um den Epiphaniastag statt, und der Begriff „Fastnacht“ fand bereits 1206 literarische Erwähnung. Heute wird der Karneval in Deutschland nicht nur als ein fröhliches Fest gefeiert, sondern hat auch eine tiefere kulturelle und historische Bedeutung.