Bank-Azubis der Volksbank Mittlerer Neckar haben das Seniorenzentrum Taläcker in Wendlingen besucht. Diese Begegnung stellte die zweite Kooperation zwischen dem Seniorenzentrum und der Volksbank dar. Insgesamt nahmen 18 Auszubildende im zweiten Lehrjahr an dem Besuch teil, währenddessen sie den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner hautnah erlebten, um ein besseres Verständnis für die Herausforderungen des Alters zu entwickeln. Die Auszubildenden hatten die Möglichkeit, Altersanzüge auszuprobieren, die ihnen körperliche Einschränkungen wie eingeschränkte Sicht, steife Gelenke und Gewichtsmanschetten simulierten. Wie ntz.de berichtet, waren die Auszubildenden von den Schwierigkeiten alltäglicher Bewegungen überrascht.

Nach dieser prägenden Erfahrung spielten die Auszubildenden mit den Seniorinnen und Senioren Spiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ und „Vier gewinnt“. Dies förderte das Miteinander zwischen den Generationen. Ebenso überreichten die Auszubildenden einen symbolischen Scheck über 500 Euro, dessen Spendenerlös aus dem VR-GewinnSparen stammt. Diese Spende wird dem Seniorenzentrum Taläcker helfen, das geplante E-Rikscha-Projekt für das Jahr 2026 zu realisieren. Die Einrichtungsleitung, Nicole Troschke, zeigte sich dankbar für das Engagement der Auszubildenden und betonte die Wertschätzung der Begegnungen mit den Bewohnern.

Die Bedeutung der Alterssimulation

Die Verwendung von Altersanzügen ist nicht nur auf einzelne Besuche in Senioreneinrichtungen beschränkt. Laut zeitreise-alter.com wird die Alterssimulation auch in Seminar- und Trainingsreihen für Gesundheits- und Pflegeberufe eingesetzt. Diese Trainings bieten den Mitarbeitenden die Möglichkeit, authentische Perspektivwechsel zu erleben, wodurch sie nachvollziehbare körperliche und sinnliche Beeinträchtigungen erfahren. Ziel dieser Methode ist es, die Empathie und das Verständnis für ältere Menschen zu erhöhen und gleichzeitig Wertschätzung im Umgang mit Altersstereotypen zu vermitteln.

Die Vorteile einer Alterssimulation sind vielfältig. Sie ermöglicht das authentische Erleben von Alltagssituationen und Herausforderungen des Alters. Mit einer Steigerung der Gesundheitskompetenz und Resilienz wird die Schulung für die Teilnehmer daher nicht nur praxisnah, sondern auch effektiv gestaltet. Die Inhalte reichen von Selbsterfahrungen mit Alterssimulationsanzügen und Rollstühlen bis hin zu Themen wie Barrierefreiheit und Sturzprävention.

Langfristige Effekte der Simulation

Dr. rer.oec. Gundolf Meyer-Hentschel hebt die Wichtigkeit von Empathie und Perspektivwechsel in der Kommunikation hervor. Die Alterssimulation hat sich seit über 30 Jahren in der Aus- und Weiterbildung von Pflegefachpersonen, Ärzten und Freiwilligen bewährt. Sie basiert auf erfahrungsbasiertem Lernen, und eine aktuelle Auswertung von 17 wissenschaftlichen Untersuchungen zeigt, dass die Mehrheit der Teilnehmer*innen die Selbsterfahrung des Alters als nützlich empfindet. Diese Rückmeldungen bestätigen einen veränderten Blickwinkel gegenüber älteren Menschen und deren Herausforderungen im Alltag, wie das Zuknöpfen einer Bluse oder das Aufstehen aus einem Sessel. Dies wird auch durch positive Stimmen aus SGZ-Workshops untermauert, die mehr Verständnis und Geduld für ältere Menschen artikulieren.