Bad Segeberg hat sich als vorbildliches Beispiel für die sogenannte 15-Minuten-Stadt etabliert. Diese städtebauliche Planungsidee besagt, dass alle wesentlichen Orte des Lebens, wie Einkaufsgelegenheiten, Schulen, Ärzte und Gastronomiebetriebe, innerhalb von 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein sollten. Laut einem Artikel in der Wochenzeitung „Die Zeit“ dient Bad Segeberg zusammen mit Wendlingen am Neckar und Wittenberge in Brandenburg als Referenzstadt für Kleinstädte, die dieses Konzept erfolgreich umsetzen.

In Bad Segeberg beträgt die durchschnittliche Erreichbarkeit aller wichtigen Punkte gerade einmal 9,4 Minuten. Im Kerngebiet der Stadt können alle festgelegten Ziele innerhalb von nur sechs Minuten erreicht werden, was einen Erfüllungsgrad von 99 % für 24 festgelegte Ziele bedeutet. Für die gesamte Stadt liegt dieser Erfüllungsgrad bei 85 %. Die Einwohnerzahl von Bad Segeberg beträgt 17.700, mit einer Bevölkerungsdichte von 940 Personen pro Quadratkilometer auf einer Fläche von etwa 19 Quadratkilometern. Dabei sind 610 Pkw pro 1000 Einwohner registriert.

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Das Konzept der 15-Minuten-Stadt

Das Konzept der 15-Minuten-Stadt wurde im Nachgang zur Klimakonferenz von Paris 2015 formuliert und legt den Fokus auf nicht-motorisierte Verkehrsmittel. Die Idee ist, Städte lebenswerter zu gestalten, indem die tägliche Mobilität der Bürger erleichtert wird. In Deutschland ist dieses Konzept mittlerweile verbreiteter, als viele annehmen. Eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die in Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen erstellt wurde, zeigt, dass durchschnittliche Bürger hierzulande etwa drei Viertel aller notwendigen Einrichtungen innerhalb von 15 Minuten erreichen können. Besonders gute Erreichbarkeiten finden sich in Städten, in denen die durchschnittlichen Entfernungen nur zwischen sechs und acht Minuten betragen.

Besonders stark profitieren von derartigen durchmischten Quartieren Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft. Dr. Brigitte Adam, Projektleiterin im BBSR, betont, dass die 15-Minuten-Stadt vielerorts Realität ist, nicht nur in Großstädten, sondern auch in großflächigen Wohngebieten.

Empfehlungen zur Verbesserung der Lebensqualität

Die Studie bietet zahlreiche praxisnahe Empfehlungen zur Verbesserung der Lebensqualität und der Bedingungen für Fuß- und Radverkehr, ohne dass dafür neue Gesetze oder umfangreiche Umbauprogramme notwendig sind. Wünschenswerte Maßnahmen sind unter anderem die Förderung von Nachverdichtung und Nutzungsmischung in locker bebauten Wohngebieten sowie die Verbesserung der Infrastruktur für aktive Mobilität, etwa durch breitere Gehwege und sicherere Radwege. Außerdem ist es wichtig, die Bürger aktiv in den Planungsprozess einzubeziehen, um den tatsächlichen Bedarf vor Ort zu klären.

Mit einem ansteigenden Bevölkerungszuwachs von fast 20 % seit 2010 zeigt Bad Segeberg, dass das Lebensumfeld hier attraktiv ist. Die Stadt bietet nicht nur eine hohe Qualität an Nahversorgung und Gastronomie, sondern auch eine gelungene Verbindung von urbanem Leben und naturnahen Erholungsräumen, die das Wohlbefinden ihrer Bürger steigern.

Für weitere Informationen zu den Entwicklungen in Bad Segeberg und der 15-Minuten-Stadt können die vollständigen Artikel auf LN Online, BBSR und MDR eingesehen werden.