Im Landkreis Weilheim ist ein innovatives Forstprojekt auf den Weg gebracht worden, das den Erhalt von Waldflächen in den Vordergrund stellt. Die Stadt Weilheim verwaltet insgesamt 312 Hektar Waldboden, was 22 Prozent der gesamten Stadtfläche entspricht. Dies macht sie zu einer der weniger bewaldeten Städte der Region. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der zunehmenden Betonung nachhaltiger Praktiken, wird eine „Forsteinrichtung“ festgelegt, die bis 2027 und 2046 in Kraft bleibt. Ziel ist es, den Waldanteil bis 2046 auf 7,5 Prozent zu erhöhen
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Wie Teckbote berichtet, kommen in den Wäldern 77 Einzelobjekte zur Bewirtschaftung und Entwicklung zur Anwendung. Dabei wird besonders darauf geachtet, die Waldstruktur und die Biodiversität zu verbessern. Die Stadt hat ein umfassendes Konzept zur Aufforstung und Pflege ihrer Wälder entwickelt, das auch der Erholung der Bevölkerung dienen soll.
Nachhaltigkeit und Forstwirtschaft
Die Bedeutung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung ist kaum zu überschätzen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim bietet umfassende Beratungen für Waldbesitzer an. Dabei stehen Themen wie Waldpflege, sichere Waldarbeit und die Auswahl geeigneter Baumarten im Mittelpunkt. Diese Maßnahmen sind von großer Bedeutung, um die ökologischen und sozialen Funktionen der Wälder zu schützen und zu erhalten.
Außerdem wird auf die schützenswerten Lebensräume von Tieren und Pflanzen hingewiesen, die durch das neue Konzept verstärkt gefördert werden sollen. Zukünftige Initiativen zur Aufforstung nicht forstlich genutzter Grundstücke müssen gemäß dem Bayerischen Waldgesetz beantragt werden, wodurch ein kontrollierter und nachhaltiger Umgang mit den Waldbeständen sichergestellt wird.
Waldstrategien auf nationaler Ebene
Die Umweltbundesamt hebt hervor, dass der Wald in Deutschland eine zentrale Rolle im Rahmen der Klimaziele spielt. Die Bundesregierung hat mit dem Klimaschutzgesetz Zielvorgaben zur Kohlenstoffspeicherung im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft festgelegt. Die Waldstrategie 2050 und auch die Charta für Holz 2.0 zielen darauf ab, die Holznutzung, vor allem im Bauwesen, zu steigern.
Ein besorgniserregender Trend ist, dass seit 2018 mehr Holz genutzt wird, als rechnerisch netto gewachsen ist, was zum Teil auf Sturmschäden, Trockenheit und Insektenbefall zurückzuführen ist. Daher ist eine konsequente und nachhaltige Waldbewirtschaftung nicht nur lokal in Weilheim, sondern auch auf nationaler Ebene von höchster Bedeutung.
Das Zusammenspiel von städtischen Maßnahmen und nationalen Strategien wird entscheidend dafür sein, wie der Wald in Zukunft in der Region finanziert und bewirtschaftet wird. Der Erhalt von Wäldern und deren Nutzung in einem regenerativen und nachhaltigen Kontext ist ein Thema, das immer mehr an Relevanz gewinnt.