Am 18. Februar 2026 fand in Unterensingen ein farbenfrohes Spektakel statt: Der Sturm auf das Rathaus. Organisiert von den Narrenvereinen Narrenzunft D’Gartazwergla Unterensingen e. V. und Mihlaleidla NydernAnso e. V., begann das fröhliche Treiben um 16:30 Uhr. Trotz Regen ließen sich viele Unterensinger nicht abhalten und feierten in großer Zahl vor dem Rathaus.

Während des Sturms übernahmen die Narrenvereine den Schlüssel des Rathauses und führten Bürgermeister Sieghart Friz hinaus. Es war ein herzlicher Moment, in dem die Zünfte sich bei Friz für seine Unterstützung während seiner Amtszeit bedankten und ihm eine kleine Aufmerksamkeit überreichten. Die Feierlichkeiten beinhalteten neben einer geselligen Atmosphäre auch kulinarische Köstlichkeiten wie Pommes frites und rote Wurst sowie eine Auswahl an Getränken. Dieses Ereignis brachte die Gemeinschaft zusammen und zeigte den ungebrochenen Enthusiasmus der Unterensinger für ihre Traditionen.

Ein Comeback der Narren

Der Rathaussturm in Unterensingen feierte ein gelungenes Comeback. Wie berichtet wird, ist dieser Brauch eine jährliche symbolische Besetzung des Rathauses zu Beginn des Karnevals, die vor allem im ehemals preußischen Rheinland und anderen Teilen Deutschlands verbreitet ist. Die Bürgermeister werden dabei oft gezwungen, den Rathausschlüssel an die Narren zu übergeben, um die gewohnte Ordnung während der „Fünften Jahreszeit“ außer Kraft zu setzen. In Unterensingen hat sich dieser Brauch als fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens etabliert.

Historisch gesehen geht der Rathaussturm auf das 14. Jahrhundert in Düsseldorf zurück, als Möhnen von Ratsherren zu Festessen eingeladen wurden. Diese Tradition hat sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt und beinhaltet oft auch Karikaturen des „Amtsschimmels“ sowie Erinnerungen an Ereignisse der Verwaltung. In Städten wie Sulzbach am Taunus und Erfurt treten Karnevalsvereine mit Trommelwirbel und Musik vor das Rathaus, und auch in Unterensingen ist die Stimmung während des Sturms ein Symbol für Gemeinschaft und Freude.

Der Rathaussturm kann zudem auf die Märzrevolution 1848 bezogen werden, als Rathäuser eingenommen wurden. Auch in der neueren Geschichte gab es ähnliche Ereignisse, etwa als die SA 1933 das Rathaus in Glückstadt besetzte. Diese Bräuche zeigen, dass der Rathaussturm weit mehr ist als ein bloßes Fest – er ist ein lebendiges Stück Geschichte, das die kulturelle Identität der Region widerspiegelt.

Für weitere Informationen zu diesem bunten Treiben und den Traditionen rund um den Rathaussturm besuchen Sie bitte diese Seite oder erfahren Sie mehr auf dieser Webseite.