Neuntklässlerinnen des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Ostfildern haben ein kreatives Projekt ins Leben gerufen, das sowohl die Geschichte als auch die moderne Technologie vereint. Im Rahmen des Stadtjubiläums wurde ein Audiowalk konzipiert, der die Bedeutung hinter den Straßennamen der Stadt beleuchtet. Diese Initiative soll nicht nur das historische Bewusstsein stärken, sondern auch die Medienkompetenz der Schülerinnen fördern. Beteiligt an dem Projekt wird die Pädagogin Dilini Keethapongalan eingeführt, die die Schülerinnen während ihrer kreativen Reise begleitet hat.

Ein Beispiel für eine Station des Audiowalks ist die Knödlergasse in Nellingen. Hier hat sich die Schülerin Charlotte Thiel intensiv mit dem Schuhmacher Johann Georg Knödler beschäftigt, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dort lebte. Die Hörspiele, die die Schülerinnen selbst erstellt haben, ermöglichen eine spannende Zeitreise durch die lokale Geschichte und präsentieren eigene Texte sowie Geräusche, die das Hörerlebnis lebendig machen.

Hörspiel-Erlebnis und technische Herausforderungen

Der Audiowalk ist bis zum 29. Juli erlebbar und bietet die Möglichkeit, durch Nellingen, Ostfildern und sogar Neuhausen und Denkendorf zu spazieren. Über QR-Codes können die Hörspiele abgerufen werden, die auch auf der Homepage des Heinrich-Heine-Gymnasiums verfügbar sind. Allerdings gab es technische Herausforderungen während der Umsetzung des Projekts, und einige QR-Codes wurden bereits abgerissen, was die Schülerin Eva Burgbacher verärgert. Der Audiowalk stellt somit nicht nur eine innovative Präsentation dar, sondern auch ein Beispiel für die Herausforderungen, die mit solchen Projekten einhergehen können.

Die Idee für den Audiowalk entstand während eines Besuchs im Stadtarchiv, wo die Schülerinnen auf die Bedeutung der Straßennamen in ihrer Umgebung aufmerksam gemacht wurden. Durch Besuche an verschiedenen Orten in Nellingen sammelten sie Ideen und Informationen für ihre Recherchen.

Audiowalks als kulturelle Bereicherung

Audiowalks erweisen sich zunehmend als eine Möglichkeit, Kulturerlebnisse über das Streamen hinaus zu fördern und öffentliche Räume für kulturelle Entdeckungen zu erschließen. Diverse Gruppen, darunter das Kollektiv LIGNA und das Rimini-Protokoll, zeigen, wie Audiowalks als künstlerische Leistungen funktionieren können. Gespräche über die Formate und technische Umsetzung von Audiowalks verdeutlichen, dass sie ein interaktives Erlebnis bieten, das die Zuhörer in die Performance einbezieht. Laut der Expertin Karolin Trachte wären Audiowalks besonders erfolgreich, wenn sie das Publikum aktiv einbinden und in die Theatralität des Geschehens hineinziehen.

Mit diesem neuen Audiowalk-Projekt im Herzen von Ostfildern tragen die Schülerinnen des Heinrich-Heine-Gymnasiums zur kulturellen Vielfalt und zur Erkundung ihrer Stadtgeschichte bei. Die Kombination aus geschichtlichem Wissen und kreativer Medienarbeit zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie junge Menschen in der Digitalisierung eine aktive Rolle übernehmen können. Die Hörspiele sind nicht nur ein Ausdruck ihres Engagements, sondern auch eine Einladung an die Bürgerinnen und Bürger, ihre Stadt auf eine ganz neue Art zu erleben.

Die Hörspiele sind im Ostfilderner Stadtarchiv im Klosterhof während der Öffnungszeiten anhörbar und stellen somit eine dauerhafte Form der Kulturvermittlung dar. Der Audiowalk zeigt, wie moderne Technologien genutzt werden können, um historische Inhalte lebendig zu machen und die Kultur einer Stadt erlebbar zu gestalten.

Erleben Sie die interaktive Reise durch die Geschichte Ihrer Stadt, indem Sie den Audiowalk nutzen – ein Beispiel für das Potential, das junge Menschen in der kreativen Gestaltung und Prüfung zukünftiger kultureller Formate haben. Weitere Informationen finden Sie unter Esslinger Zeitung und kulturBdigital.