In Malawi, einem Land, in dem Menstruationsgesundheit oft mit Scham und Stigmatisierung verbunden ist, gibt es ein vielversprechendes Projekt, das Frauen und Mädchen unterstützt. Das Projekt „Licht der Hoffnung“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, rund 700 Frauen und Mädchen mit Menstruationstassen auszustatten. Dank einer Fördersumme von 12.000 Euro können die Teilnehmerinnen nicht nur eine Menstruationstasse, sondern auch eine Dose zum Auskochen, eine Gebrauchsanleitung sowie einen Baumwollbeutel zur Aufbewahrung erhalten. Dieses ganzheitliche Konzept soll nicht nur die hygienischen Bedingungen verbessern, sondern auch die soziale Teilhabe der Frauen fördern. Menstruationsworkshops, die von der geschulten „Cup-Lady“ Flocy Fyson in Schulen und Gemeinden im Distrikt Salima angeboten werden, sind ein zentraler Bestandteil des Projekts. Ziel ist es, insgesamt 1.000 Frauen und Mädchen mit Menstruationstassen zu versorgen und so eine sichere, hygienische sowie langfristig bezahlbare Menstruationshygiene zu ermöglichen. Allerdings erschwert die aktuelle Regenzeit in Malawi die Organisation der Workshops, was Projektverantwortlicher Florian Fischer dazu zwingt, die Termine an die örtlichen Bedingungen anzupassen. Weitere Informationen zu diesem wichtigen Projekt finden Sie in dem Artikel von ntz.de.
Die Menstruationstassen-Initiative in Malawi hat nicht nur einen positiven Einfluss auf die Hygiene, sondern stärkt auch die Frauen im Agrarsektor. Über 70% der Mädchen in Malawi verpassen regelmäßig eine Woche im Monat die Schule, was enorme Auswirkungen auf ihre Bildungschancen hat. Der Zugang zu Menstruationsprodukten ist in vielen Fällen eingeschränkt, da rund 80% der Frauen aufgrund finanzieller Einschränkungen Schwierigkeiten haben, sichere Hygieneartikel zu erwerben. Viele Frauen greifen auf Lumpen zurück, was gesundheitliche Probleme wie Infektionen zur Folge haben kann. Die Initiative wird von der NRO UFULU und dem GIZ-Projekt „EYA! Empowering Youth in Agribusiness“ durchgeführt und bietet Schulungen zur Menstruationsgesundheit (MHH) an. Diese Schulungen kosten etwa 11 Euro pro Frau und sollen die Frauen befähigen, ihre Menstruationshygiene selbst in die Hand zu nehmen. Zudem wird auch Männern die Möglichkeit gegeben, in Schulungen über Menstruation zu lernen, um das Thema in der Gemeinschaft zu enttabuisieren. Das Ziel ist es, bis zum Menstruationshygienetag 2023 insgesamt 900 Frauen zu erreichen. Weitere Details dazu finden Sie im Artikel von foodfortransformation.org.
Menstruationsgesundheit als globale Herausforderung
Die Thematik der Menstruationsgesundheit ist nicht nur in Malawi von Bedeutung, sondern betrifft weltweit über zwei Milliarden Menschen, die jeden Monat menstruieren. Dennoch ist Menstruationsgesundheit in den meisten Ländern nicht Teil der nationalen Gesundheitsagenda und wird in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit oft als Querschnittsthema anerkannt, jedoch nicht ausreichend finanziert. Laut der Weltbank haben rund 500 Millionen Menschen keinen Zugang zu sicheren Menstruationsprodukten, was das Risiko für Infektionen des Harn- und Reproduktionstrakts erhöht.
In vielen Regionen, insbesondere in ländlichen Gebieten südlich der Sahara, ist der Zugang zu sauberen und sicheren Toiletten unzureichend. Auch die Entsorgung von Menstruationsprodukten bleibt in vielen Gegenden ungelöst. In Uganda beispielsweise berichten 64 % der befragten Mädchen, dass sie während ihrer Menstruation dem Unterricht fernbleiben. In Deutschland hingegen empfinden 23 % der Frauen und Mädchen die Ausgaben für Menstruationsprodukte als finanzielle Belastung, und bei den 16- bis 24-Jährigen sind es sogar 32 %. Diese Diskrepanz verdeutlicht die Herausforderungen, die menstruierende Menschen in verschiedenen Regionen der Welt bewältigen müssen. Um Menstruationsgesundheit nachhaltig zu fördern, sind umfassende und koordinierte Maßnahmen erforderlich, die den Zugang zu sicheren und bezahlbaren Menstruationsprodukten, sauberen Toiletten, verlässlicher Wasserversorgung und Abfallentsorgung umfassen. Weitere Informationen finden Sie im Artikel von dsw.org.