Die Ruhestandsgruppe des Liederkranz Schlaitdorf hat kürzlich ihre 316. Wanderung unternommen und dabei die Schönheit der Natur rund um den Ersberg in Nürtingen entdeckt. Bei dieser Wanderung, die auf relativ flachem Gelände stattfand, nahmen neun Teilnehmer teil, von denen die meisten den 341 Meter hohen Ersberg nicht kannten. Die Gruppe genoss nicht nur die frische Luft, sondern auch die Aussicht auf verschiedene Orte, darunter die Stadtmitte von Nürtingen, Neckarhausen, die Sternwarte Hößlensbühl und die Silhouette des Roßdorfes.
Besonders interessant war der Besuch auf dem Skulpturenpfad der Engel, wo die Wanderer sieben Engelsgestalten betrachten konnten, die biblische Bedeutungen haben. Auf dem Weg wurden sie auch mit der Natur konfrontiert: gepflegte Obstbäume und abgestorbene Bäume zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Ein Obstbauer sprach über das Absterben von alten Bäumen, was ein wichtiges Thema in der Region darstellt. Zudem kam die Gruppe am Waldfriedhof und den Lehr- und Versuchsgärten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) vorbei, was die Wanderung noch informativer machte.
Besuch bei Leben inklusiv
Ein weiterer Höhepunkt der Wanderung war der Besuch bei Leben inklusiv, einer Einrichtung, die sich der Förderung von Menschen mit Behinderungen widmet. Früher als Behinderten-Förderung Linsenhofen bekannt, bietet Leben inklusiv nun differenzierte Angebote in den Bereichen Wohnen, Arbeiten und Freizeitgestaltung. Nach dem Mittagessen führte ein Werkstattleiter die Gruppe durch die Einrichtung, wo sie die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Einschränkungen kennenlernen konnten. Leben inklusiv bildet Menschen aus, die während der Ausbildungsphase in Unternehmen mitarbeiten können, was ihre Integration in den Arbeitsmarkt fördert.
Auf dem Rückweg entlang der Steinach konnte die Gruppe die Natur erneut genießen, bevor sie den Tag im Restaurant Fass in Oberboihingen ausklingen ließ. Hier fand nicht nur ein geselliges Beisammensein statt, sondern auch der Austausch über die Erlebnisse des Tages.
Inklusion als gesellschaftliche Aufgabe
Die Wanderung der Ruhestandsgruppe ist ein schönes Beispiel für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft. Inklusion wird oft als gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen, insbesondere von Menschen mit Behinderungen, am gesellschaftlichen Leben definiert. Der Diskurs hat sich von spezifischen Bedürfnissen hin zu einem umfassenderen Verständnis von Vielfalt und Diversität entwickelt. Der Abbau von institutionellen, räumlichen und sozialen Barrieren ist dabei ein zentrales Anliegen, um die Teilhabe zu verbessern.
Das Engagement von Einrichtungen wie Leben inklusiv ist essentiell, um Menschen mit Behinderungen die Integration in verschiedene Lebensbereiche zu erleichtern. Dabei spielt auch die politische Arbeit eine Rolle, die durch das Positionspapier „Aufbruch zu mehr Teilhabe“ unterstützt wird, welches im Sommer 2025 veröffentlicht wurde. Die Bundesagentur für Arbeit hat zudem das Fachkonzept für das Eingangsverfahren und den Berufsbildungsbereich überarbeitet, um die Qualität der Bildung zu verbessern und das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderungen zu stärken.
Insgesamt zeigt die Wanderung des Liederkranzes Schlaitdorf, wie wichtig solche Initiativen sind, um das Bewusstsein für Inklusion zu schärfen und das gesellschaftliche Miteinander zu fördern. Um mehr über die Arbeit und die Angebote von Leben inklusiv zu erfahren, kann die ausführliche Berichterstattung auf ntz.de nachgelesen werden. Auch die BAG WfbM engagiert sich für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und informiert regelmäßig über neue Entwicklungen, was auf ihrer Website bagwfbm.de nachverfolgt werden kann.



